Der Wert der Moore
Deutschlands Gärtner verbrauchen jährlich drei Millionen Kubikmeter Torf
Wozu sind Moore eigentlich gut und weshalb ist es so wichtig, sie zu schützen? Entdecken Sie den Wert der Moore in unserer animierten NABU-Infografik! Mehr →
Moore speichern aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften mehr CO2 als alle anderen Landökosysteme der Erde. Gleichzeitig dienen sie als wertvolle Regulatoren für den Wasserhaushalt ganzer Landschaften. Daher erfüllen sie für uns Menschen eine unschätzbar wichtige Klimaschutzfunktion. Als wäre das nicht schon genug, beherbergen sie zusätzlich noch eine Vielzahl gefährdeter Tiere und Pflanzen. Leider werden sie von uns aber nach wie vor stiefkindlich behandelt, entwässert, abgebaut und für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke genutzt.
Moore entwickelten sich in unseren Breiten nach der letzten Eiszeit meist über verlandete Seen, aber auch in Quellbereichen und Flussniederungen. Durch die hohe Sättigung des Moors mit Wasser, werden abgestorbene Pflanzenreste unter Sauerstoffausschluss nur unvollständig zersetzt und es kommt allmählich zur Torfbildung (Wachstum bis zu 1 mm/Jahr).
Wozu sind Moore eigentlich gut und weshalb ist es so wichtig, sie zu schützen? Entdecken Sie den Wert der Moore in unserer animierten NABU-Infografik! Mehr →
Wenn wir an Moore denken, haben die meisten ein klassisches, nährstoffarmes Hochmoor vor Augen. Was vielen nicht bewusst ist, es gibt auch die ökologisch wertvollen Niedermoore. Diese sind im Vergleich zum Hochmoor eher nährstoffreich, mit dem Grundwasser verbunden und können zum Teil recht klein sein. Daher werden sie häufig übersehen und ihr Wert unterschätzt. Genau dort setzte das Niedermoor-Projekt der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe an. Denn saure Niedermoore brauchen dringend unseren Schutz! Auch nach Ende des Projekts setzen wir uns für den Schutz dieser Standorte ein.
Saure Niedermoore sind oft unscheinbar und nicht immer leicht zu finden. Ein genauer Blick lohnt sich aber auf jeden Fall. Erfahren Sie mehr über Besonderheiten und Gefährdung dieses artenreichen Alleskönners. Mehr →
Die Bedeutung intakter Moore für den Klimaschutz ist enorm. Im Torf, der aus den abgestorbenen Pflanzen des Moores entsteht, sind große Mengen Kohlenstoff gespeichert. Obwohl Moore lediglich drei Prozent der Landfläche unserer Erde bedecken, ist in ihnen doppelt so viel Kohlenstoff gebunden wie in allen Wäldern weltweit. In Deutschland enthält eine 15 Zentimeter dicke Torfschicht auf gleicher Fläche etwa so viel Kohlenstoff wie ein 100-jähriger Wald.
Naturnahe Moorlandschaften können innerhalb kurzer Zeit viel Wasser aufnehmen und dadurch auch einen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. Bei starkem Regen oder nach Überflutungen speichern sie das Wasser und geben es nur langsam wieder ab. Eine Fähigkeit, die in Anbetracht der sich im Klimawandel häufenden Wetterextreme unbezahlbar ist!
Die Pflanzen im Moor nehmen zudem die im Wasser gelösten Nähr- und Schadstoffe auf und schließen sie durch die Torfbildung dauerhaft im Moor ein. So gelangen diese Stoffe nicht mehr bis ins Grundwasser. Deshalb werden Moore, ebenso wie andere Feuchtgebiete, gerne als „Nieren der Landschaft“ bezeichnet.
Moore bieten als Lebensraum extreme Bedingungen, die nur ganz besonders angepasste Spezialisten nutzen können. Durch den ständigen Wasserüberschuss, den niedrigen pH-Wert und den Sauerstoffmangel haben sich an Moorstandorten einzigartige Lebensgemeinschaften aus seltenen Arten entwickelt. Damit sind Moore wichtige Häfen für die Artenvielfalt in unserer Landschaft.
Es steht jedoch nicht besonders gut um diese Arten, denn sie werden durch den Klimawandel besonders bedroht, wie der Bericht des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie zu den Auswirkungen des Klimawandels auf hessische Arten und Lebensräume verdeutlicht. Daneben macht ihnen auch der Rückgang ihres Lebensraumes zu schaffen.
Leider geht es den Mooren bei uns schlecht. Der Mensch hat in der Kulturgeschichte immer gegen ein „Zuviel“ an Wasser in der Landschaft gekämpft und damit einem Großteil der Moore die Existenzgrundlage entzogen. Rund 95 Prozent der ursprünglichen Moorflächen in Deutschland gelten als „tot“ – sie wurden entwässert, abgetorft, zugeschüttet und anschließend für land- und forstwirtschaftliche Zwecke genutzt. Solche „Moore“ können all ihre wichtigen Funktionen nicht mehr erfüllen. Im Gegenteil: Durch die Trockenlegung der Moore werden stattdessen sogar klimaschädliche Gase freigesetzt und der Klimawandel weiter vorangetrieben.
Moore leisten unbezahlbare Dienste für uns, unsere Natur und unser Klima. Um sich am Moorschutz zu beteiligen gibt es viele Wege: Aktiv vor Ort oder durch einen angepassten Konsum im Alltag. Finden Sie heraus, wie Sie am besten beim Moorschutz helfen können. Mehr →
Wussten Sie, dass in den Mooren doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert ist wie in allen Wäldern weltweit? Wer die letzten Moore schützt, tut daher auch etwas für den Klimaschutz. Und dabei kann jede*r mithelfen. Mehr →
Die heimischen Moorlandschaften bedeckten ursprünglich mit 1,5 Millionen Hektar eine Fläche von 4,2 Prozent der Landfläche Deutschlands. Heute sind sie zu 95 Prozent entwässert, abgetorft, bebaut oder landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzt. Mehr →
Moore leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, sondern erfüllen darüber hinaus eine weitere Funktion, die im Zuge des Klimawandels nicht zu unterschätzen ist: Sie sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher aller Landlebensräume. Mehr →