Wann kommt der Kuckuck?
Melden Sie uns den Ruf des Frühlingsbotens!
Zum Rufen sucht sich der Kuckuck einen erhöhten Platz. - Foto: Tom Dove
Nach und nach kehrt ab März in Hessen der Frühling ein. Dann ist auch wieder einer der bekanntesten Frühlingsboten mit seinem unverwechselbaren Ruf zu hören: der Kuckuck. Um mehr darüber zu erfahren, wie sich der Langstreckenzieher, der im südlichen Afrika überwintert, dem Klimawandel anpasst, ruft der NABU Hessen dazu auf, von März bis Ende Mai online zu melden, wann und wo Sie den Kuckuck in Hessen gehört haben.
Vögel brüten immer früher
Viele Frühlingsvögel treffen aufgrund der Klimaerwärmung immer zeitiger in Hessen ein. Vom Kuckuck, der als Langstreckenzieher in Afrika überwintert, wird bislang angenommen, dass er seine Ankunftszeit noch nicht an den Klimawandel angepasst hat. Sein unverwechselbarer Ruf ist nach wie vor meist erst im Laufe des Aprils zu hören.
Viele Wirtsvögel des Kuckucks wie z.B. Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Zaunkönig, Bachstelze, Gartengrasmücke und Teichrohrsänger, beginnen jedoch immer früher mit ihrer Brut. Wenn der Kuckuck hier eintrifft, sind die ersten Eier oft schon gelegt. „Für die Kuckucksweibchen wird es immer schwieriger, ihre Eier den zukünftigen ‚Zieheltern‘ mit Erfolg unterzuschieben“, erklärt der NABU-Ornithologe Maik Sommerhage. Sie sind auf Wirte angewiesen, die ganz am Anfang ihrer Brut stehen, damit der junge Kuckuck möglichst als Erster schlüpft und die Eier oder Jungvögel seiner Zieheltern noch über den Nestrand schieben kann. Schlüpft er zu spät, wird er von den Wirtsvögeln aus dem Nest entfernt und stirbt.
Der Kuckuck im Klimawandel
Mit der jährlichen Kuckuck-Aktion möchten wir herausfinden, wie der Kuckuck langfristig auf die wechselnden Lebensbedingungen durch den Klimawandel reagiert. Um seine Eier in die Nester seiner Wirtsvögel legen zu können, muss der markante Rufer auch künftig rechtzeitig zu Beginn der Brutzeit seiner Wirte zur Stelle sein. Mit Ihren Kuckuckruf-Meldungen helfen Sie uns dabei, mögliche Veränderungen in seinem Zugverhalten festzustellen. Je mehr Meldungen wir erhalten, desto genauer können wir die aktuelle Situation einschätzen.
Bei der Kuckuck-Aktion in 2026 haben über 450 Naturfreund*innen teilgenommen. Den ersten gesicherten Nachweis in diesem Jahr gab es bereits am 3. April bei Bad Hersfeld, weitere am 7. April bei Mörfelden-Waldorf sowie am 9. April bei Trebur, Bad Schwalbach und Büttelborn. Ab Mitte April ging es dann richtig los mit den gemeldeten Kuckucksrufen, der Höhepunkt lag wie üblich in den ersten beiden Maiwochen. Die Auswertung der Kuckucksrufe der letzten Jahre hat gezeigt, dass es dem Kuckuck grundsätzlich möglich ist, sich an den Klimawandel anzupassen. In allen hessischen Regionen waren schon in den ersten Apriltagen die typischen Balzrufe zu hören. Kuckucke, die früher nach Hessen zurückkehren, haben auf jeden Fall einen Vorteil. Erfreulich ist, dass der Kuckuck nach wie vor in ganz Hessen verbreitet ist.
Mehr Infos zu Tieren im Klimawandel
Seit die Anzeichen einer globalen Erwärmung zunehmen, gerät das Leben der Zugvögel offensichtlich mehr und mehr durcheinander. Auswirkungen des Klimawandels auf das Zuggeschehen lassen sich bereits an vielen Beispielen ablesen. Mehr →
Durch den Klimawandel gehen zusätzlich 30 Prozent der wildlebenden Pflanzen und Tierarten verloren! Anhand einzelner Beispiel-Arten zeigen wir, warum wir uns gemeinsam darum bemühen müssen, den Klimawandel in Grenzen zu halten. Mehr →
