Leben unter unseren Dächern
Mehl- und Rauchschwalben in Hessen

Schwalben auf einen Blick
🏘️ Lebensraum: Rauch- und Mehlschwalben leben eng mit uns Menschen zusammen und nutzen Gebäude als Brutplätze. Zur Nahrungssuche brauchen sie offene, insektenreiche Landschaften.
🦟 Nahrung: Schwalben ernähren sich von fliegenden Insekten wie Mücken, Fliegen, Schmetterlingen oder Eintagsfliegen.
🪹 Brut: Beide Arten bauen ihre Nester aus feuchtem Lehm. Mehlschwalben brüten meist außen an Gebäuden unter Dachvorsprüngen, Rauchschwalben bevorzugen zugängliche Innenräume wie Ställe, Scheunen oder Carports.
✈️ Lebensweise: Schwalben sind Zugvögel. Den Sommer verbringen sie bei uns, den Winter in Afrika südlich der Sahara.
⚠️ Gefährdung: Fehlende Nistplätze, weniger Lehm für den Nestbau, Insektenrückgang und Veränderungen an Gebäuden und in der Landschaft setzen ihren Beständen zu.
Rauchschwalbe oder Mehlschwalbe?
Beide Arten leben eng mit uns Menschen zusammen und bauen ihre Nester aus Lehm. Trotzdem lassen sie sich mit ein paar Merkmalen gut unterscheiden.
Hessen-Status
🐦 Rauchschwalbe: In Hessen gibt es mehr als 6.000 Reviere beziehungsweise Brutpaare. Auf der Roten Liste Hessens 2023 steht die Rauchschwalbe auf der Vorwarnliste. 2014 galt sie noch als gefährdet.
🐦 Mehlschwalbe: Auch für die Mehlschwalbe werden in Hessen mehr als 6.000 Reviere beziehungsweise Brutpaare angegeben. In der Roten Liste Hessens 2023 gilt sie als ungefährdet, nachdem sie 2014 noch als gefährdet eingestuft wurde.
📉 Langfristige Entwicklung: Trotz dieser verbesserten Einstufung zeigt sich bei beiden Arten über die vergangenen 100 Jahre ein deutlicher Bestandsrückgang. Auch ihr Erhaltungszustand wird in Hessen weiterhin als ungünstig-unzureichend bewertet.
💡 Ein positives Signal: Dass Rauch- und Mehlschwalbe heute günstiger eingestuft werden als noch 2014, zeigt, dass sich ihre Situation in Hessen in Teilen verbessert hat. Eine Entwarnung ist das aber nicht: Geeignete Brutplätze, ausreichend Insekten und schwalbenfreundliche Gebäude bleiben entscheidend für ihren langfristigen Schutz.
Was Schwalben brauchen
Rauch- und Mehlschwalben sind eng an unsere Siedlungen und Kulturlandschaften gebunden. Damit sie erfolgreich brüten können, brauchen sie geeignete Nistplätze an oder in Gebäuden, ausreichend Nahrung und passendes Material für den Nestbau.
Nistplätze erhalten: Mehlschwalben bauen ihre Nester meist außen unter geschützten Dachvorsprüngen, Rauchschwalben vor allem in zugänglichen Ställen, Scheunen oder Carports. Bei Sanierungen und Neubauten gehen solche Möglichkeiten jedoch häufig verloren.
Lehm verfügbar machen: Für ihre Nester benötigen beide Arten feuchten Lehm. Unbefestigte Wege, Pfützen und offene Bodenstellen sind deshalb wichtige Baustoffquellen.
Insektenreiche Lebensräume sichern: Schwalben fangen ihre Nahrung im Flug. Wiesen, Gewässer, Weiden und andere strukturreiche Flächen mit vielen Insekten sind für sie unverzichtbar. Auch geeignete Rastplätze spielen während des Vogelzugs eine wichtige Rolle.
Schwalbenschutz beginnt deshalb nicht erst am Nest. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus geeigneten Gebäuden, verfügbaren Nistmaterialien und einer insektenreichen Umgebung.
Fragen zu Schwalben?
Du hast Fragen zu Rauch- und Mehlschwalben, ihren Nistplätzen oder zum Schutz bestehender Nester? Unser Vogelexperte Bernd Petri hilft dir bei fachlichen Fragen rund um Schwalben und ihren Schutz in Hessen weiter.








