Die Maikäfer sind wieder da!
Großer Ausflug im Hessischen Ried in 2026
Maikäfer - Foto: Helge May
Naturfans können sich auf ein nur alle vier Jahre stattfindendes besonderes Schauspiel freuen: den Massenausflug der Maikäfer im Hessischen Ried. In diesem Jahr ist es wieder soweit: Von Ende April bis Anfang Mai verlassen viele Millionen Waldmaikäfer den Waldboden, wo sie zuvor drei bis vier Jahre lang als Engerlinge gelebt und sich zum fertigen Käfer entwickelt haben. Nun ist bei den Krabblern das große Fressen und die Fortpflanzung angesagt. Vor allem das frische Grün der Eichen und anderer Laubbäume lassen sich die Waldmaikäfer schmecken. Durch den kurzzeitigen Laubfraß der Käfer gibt es aber kaum Probleme, die Bäume treiben später einfach noch ein zweites Mal aus.
Maikäfer sind ein wichtiger Teil unseres heimischen Ökosystems Wald und müssen nicht bekämpft werden. Sie dienen Vögeln und Fledermäusen als hochwertige Nahrung.
Maik Sommerhage
Landesvorsitzender NABU-Landesverband Hessen
Einmaliges Naturschauspiel alle vier Jahre
Maikäfer sind ein wichtiger Teil des heimischen Ökosystems Wald. Sie dienen Vögeln und Fledermäusen als hochwertige Nahrung. Während die Käfer emsig an den Blättern fressen, sind sie selbst eine proteinreiche Nahrungsquelle für eine Vielzahl an Tieren. Nicht nur Eulen, Greifvögel und der Wiedehopf erfreuen sich an den Käfern, sondern auch Fledermäuse wie der Große Abendsegler, der in Massenflugjahren viel Nachwuchs durchbringen kann.
Andere natürliche Feinde wie Grünspechte, Krähen, Marder, Igel, Spitzmäuse, Maulwürfe, Wildschweine und Dachse ernähren sich von den Larven des Maikäfers. Für sie ist der Tisch im Hessischen Ried in jedem Jahr reich gedeckt.
Wasserabsenkung begünstigt Maikäfer
Der alle vier Jahre stattfindende Massenausflug der hübschen Krabbler ist ein uraltes Naturphänomen. In Südhessen wird die Vermehrung der Maikäfer aber durch menschliches Handeln verstärkt. In der Rheinebene finden die Käferlarven wegen der Absenkung des Grundwasserspiegels und der Entwässerung der Auen optimale Lebensräume auf dem warmen, trockenen und lockeren Sandboden. Um eine Versteppung des Hessischen Rieds zu verhindern, die durch die Klimakrise noch zusätzlich befördert wird, muss das Wasser künftig besser im Boden festgehalten werden. Es gilt, sorgsamer mit dem kostbaren Nass umzugehen und die Auen wieder zu vernässen. Mit solchen Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes kann viel für eine zukunftsfähige Regionalentwicklung bewirkt werden.
Lebensweise und Vermehrung
In Deutschland gibt es zwei Arten von Maikäfern, den Wald- und den Feldmaikäfer. Beide sind ausschließlich Pflanzenfresser. Nach der Begattung legen die Weibchen in mehreren Schüben ihre Eier ins lockere Erdreich ab. Dazu fliegen Feldmaikäfer in offenes Gelände, während Waldmaikäfer in der Nähe ihrer Fraßbäume im Wald verbleiben. Waldmaikäfer bevorzugen Eichen, Buchen und Hainbuchen. Die als Engerlinge bekannten, bis fünf Zentimeter großen Maikäferlarven entwickeln sich vollständig im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Die Entwicklung dauert in unseren Breiten meist vier Jahre.
Im Herbst des letzten Jahres wandeln sich die Engerlinge in die fertigen Jungkäfer um. Sie überwintern bis zu einen Meter tief im Erdreich und schlüpfen Ende April bis Anfang Mai. Dann fressen die Käfer Blätter von Bäumen, um geschlechtsreif zu werden und paaren sich. Anschließend legen die Weibchen neue Eier im Boden ab. Nach einem kurzen Leben als fertige Käfer sterben die Tiere schon nach vier bis sechs Wochen. Aus den Eiern schlüpfen junge Engerlinge und beginnen den Entwicklungszyklus von neuem. Im Hessischen Ried kommt es deshalb alle vier Jahre zu Massenflugjahren der Waldmaikäfer. Im südhessischen Ried kommt es wegen des Entwicklungszyklus der Käfer alle vier Jahre zu sogenannten Massenflugjahren der Waldmaikäfer, immer im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft.
Insekten kennenlernen
Die beliebten Krabbler waren wegen Verfolgung und Vergiftung fast ausgestorben. Doch in den letzten Jahren haben sich Feld- und Waldmaikäfer wieder erholt. Ab Mitte April schlüpfen die braunen Käfer aus der Erde, die größten Vorkommen gibt es im Südwesten. Mehr →
Puh, 30.000 heimische Insektenarten gibt es. Muss man die alle kennen? Nein, die kann man gar nicht alle kennen! Einige Insekten sind aber so häufig, dass ein Kennenlernen lohnt. Hier stellen wir Falter, Bienen, Käfer, Fliegen, Wanzen und Libellen vor. Mehr →
