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Vorlesen

Wiesenlandschaften an der Ederaue

Ein Vogelparadies dank historischer Bewirtschaftung

Die historische Wässerwiesen-Bewirtschaftung an der Ederaue bei Rennertehausen schafft Lebensräume für viele Vogelarten die hier gerne Rasten und Brüten. Mit seinen weiten, offenen Wiesenlandschaften hat das Gebiet nicht nur für Vogelfans viel zu bieten.

Blick auf eine altes Schleusentor in einem Bach, im Hintergrund weitläufige Wiesenflächen.

Alte Schleuse - Foto: Hartmut Mai

Weit über hundert Jahre lang wurde das 120 Hektar große Wiesen-Bewässerungssystem in der Rennertehäuser Aue traditionell genutzt. Zur Ertragssteigerung wurden die Wiesen mit Hilfe von Gräben und Schleusen bewässert. Durch diese Nutzung entstand ein Gebiet mit einer hohen naturschutzfachlichen Bedeutung. Teilweise überflutete Bereiche sind für Zugvögel wichtige Nahrungs- und Rastplätze. So konnte das Gebiet ein wichtiger Trittstein auf dem Zugweg vieler Vögel werden. Kranich, Zwergschwäne, Säbelschnäbler und diverse Watvögel, wie der Grünschenkel rasten hier.


  • Nahaufnahme eines Blaukehlchens, es sitzt auf einem dornigen Ast.

    Das farbenfrohe Blaukehlchen braucht strukturreiche Auwald-Lebensräume. - Foto: Frank Derer

  • Ein rastender Kranich läuft durch eine gemähte Wiese.

    Kraniche legen in der Ederaue gerne einen Zwischenstopp ein - Foto: Frank Derer

  • Nahaufnahme einer Bekassine, die durch eine niedrige Wiese läuft.

    Entwässerung und die Intensivierung der Landwirtschaft haben der Bekassine vielerorts schwer zugesetzt - Foto: Volker Stiel/www.naturgucker.de

  • Nahaufnahme eines männlichen Kiebitz, der auf einer Grasfläche steht.

    Der elegante Kiebitz ist immer wieder Gast auf den Flächen - Foto: Frank Derer

  • Nahaufnahme eines Braunkehlchens, das auf einem trockenden Ast sitzt.

    Bodenbrüter wie das Braunkehlchen werden durch intensive Grünlandnutzung schnell aus ihren Lebensräumen verdrängt - Foto: Frank Derer

  • Nachaufnahme des Kopfes eines Schwarzstorchs mit seinem leuchtend roten Schnabel und dem grünschillernden schwarzen Gefieder.

    Durch das reichhaltige Nahrungsangebot auf den Feuchtwiesen werden regelmäßig Schwarzstörche angelockt - Foto: Christoph Bosch

Ein Vogelparadies muss gerettet werden

Bis in die 1980er Jahre wurden diese Flächen auf die traditionelle Art bewirtschaftet, doch im Zuge des Strukturwandels in der Landwirtschaft verlor sie immer mehr an Bedeutung und den Flächen drohte die Umwandlung zum Acker. Damit diese so wertvollen Wiesenbereiche nicht verloren gehen setzte sich der NABU Waldeck Frankenberg für den Erhalt des Gebietes ein. In Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde wurde das Projekt „Wässerwiesen Rennerterhäuser Aue“ gegründet. Bereits 2004 konnten erste Flächen gekauft und so langfristig für die Natur gesichert werden. 2011 übernahm die NABU-Stiftung hessisches Naturerbe die Trägerschaft. Im Zuge von Flächenkäufen konnten seither knapp 70 Hektar dieser besonderen Feuchtwiesen und Bewässerungsgräben geschützt werden.


Nun bieten die von Gräben durchzogenen Feuchtwiesen unzählige Brutmöglichkeiten und genug Verstecke an Weg- oder Grabenränder. Die Ederaue ist und bleibt durch den Schutz ein faszinierendes Vogelparadies. Seltene Wiesenvögel wie Wiesenpieper, Wachtelkönig und Braunkehlchen brüten regelmäßig auf den NABU-Wiesen. Und andere, wie der Schwarzstorch, sind Nahrungsgäste. Sie alle kommen, weil die NABU-Stiftung die Wiesen nicht ertragsorientiert bewirtschaftet, sondern die Verbesserung der Lebensräume im Fokus hat.

Ziel der Stiftung ist es die historische Landnutzung der Ederaue im Einklang mit dem Schutz der biologischen Vielfalt fortzuführen. Damit dieses Gebiet weiterhin so wertvoll bleibt, müssen immer wieder Gräben freigestellt und erneuert werden.


Toller Rastplatz am Eder-Radweg

Der neu aus dicken Holzstämmen gebaute Beobachtungsstand.

Beobachtungsstand - Foto: Markus Grosche

Interessierte Besucher können das Gebiet entlang des überregionalen Eder-Radwegs, der am Rande des Schutzgebietes verläuft, hautnah erleben. Der Beobachtungsstand am Rastplatz verfügt über eine Informationsstation und ermöglicht einen weiten Blick über die Feuchtwiesen.

Besonders während der Zeit des Vogelzugs können Besucher hier die Bedeutung des Schutzgebietes als Rast- und Nahrungsplatz bestaunen.



  • Blick auf eine hohe Wiese mit vielen rotbraunen Blüten des Wiesenknopfs.
  • Blick auf eine Brücke mit einem alten Stauwehr, einige Bretter haben sich bereits gelöst.
  • Blick durch die dicken Stämme des Beobachtungsstands auf die Feuchtwiesen der Ederaue, im Hintergrund Wald.
  • Blick auf die Wasserflächen des Flusses Eder, umgeben von Uferbäumen.
  • Blick auf einen Graben in der Ederaue, an dem entlang große Bestände des Mädesüß weißlich blühen.
  • Blick auf einen mit Wasser gefüllten Bewässerungsgraben, rechts und links daneben gemähte Wiesen.

Aktuelle Informationen des NABU Waldeck-Frankenberg zur Ederaue finden Sie auf der Projektseite der Gruppe.


Nahaufnahme des Kopfes eines Grünschenkels, von seinem Schnabel tropft ein Wassertropfen.

Hilfe für den Grünschenkel

Mit Ihrer Spende kann die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe wichtige Pflegemaßnahmen auf den Wiesen durchführen, die das Gebiet in seiner Besonderheit erhalten.

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Überschwemmte Weide im Frühsommer - Foto: Helge May
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Ein Schäfer mit seiner Schafherde auf einer Wiese, im Hintergrund Wald.

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