Mit gutem Gewissen Natur genießen
NABU Hessen bittet um Rücksicht bei Ausflügen in die Natur
Mädchen und Naturbeobachter auf der Wiese - Foto: Guido Rottmann
Rücksicht auf Wildtiere in der Brut- und Setzzeit
In den letzten Jahren haben viele Menschen die Natur für sich (wieder-)entdeckt und genießen Ausflüge und Spaziergänge durch Wald und Flur. Da es vor allem an den warmen Frühlingstagen immer mehr Menschen in die freie Natur zieht, bittet der NABU darum, sich möglichst rücksichtsvoll zu verhalten, um den Tieren in der sensiblen Brut und Setzzeit von März bis September die nötige Ruhe zu gönnen. Es ist erfreulich, dass viele die Natur bei uns in Hessen genießen wollen. Das sollte aber immer mit Rücksicht auf die Natur geschehen. In der Brut und Setzzeit gilt das umso mehr. Denn auch wenn man selbst kein Tier direkt sieht, kann doch in der Wiese ein gut getarnter brütender Vogel sitzen und Rehkitze in der Wiese liegen. Deshalb gilt: Bitte auf den festen Wegen bleiben und sich an die Regeln in Schutzgebieten halten.
Größere Besucherströme bringen immer auch Störungen für die Wildtiere. Daher brauchen brütende Vögel wie Feldlerche, Feldsperling, Neuntöter und Goldammer sichere Ruhezonen, in denen sie stressfrei ihre Jungen großziehen können. Auch der in Hessen selten gewordene Feldhase benötige ungestörte Rückzugsräume. Auf Wiesen, die von Schafherden beweidet werden, ist im Frühjahr die Lammzeit. Es bleiben immer wieder Mutterschafe mit Lämmern hinter der Herde zurück. In dieser sensiblen Phase müssen sie möglichst ungestört bleiben.
Wer die Natur bewusst, aber schonend genießen möchte, sollte sich an folgende Faustregeln halten:
Hunde an die Leine: Hunde werden von den meisten anderen Tieren als Bedrohung gesehen. In Hessen gibt es keine allgemeine Leinenpflicht. Sie kann aber individuell von Kommunen während der Brut- und Setzzeit festgesetzt werden. Und das Aufsammeln der Hinterlassenschaften sollte sich für verantwortungsvolle Hundehalter*innen von selbst verstehen.
Auf dem Weg bleiben: Wer im Offenland auf den Wegen bleibt, minimiert Störungen in der Brut- und Setzzeit automatisch. In fast allen Naturschutzgebieten gilt ohnehin ein strenges Wegegebot, dort sollte man unbedingt die ausgewiesenen Betreuungs- und Ruhezonen beachten. Das gilt auch auf Flüssen und Seen.
Abstand halten: Unbedingt ausgewiesene Betreuungs- und Ruhezonen in Schutzgebieten beachten. Sie markieren Bereiche, in denen sensible Arten sich zurückziehen. Das gilt auch auf Flüssen und Seen.
Rücksichtsvoll verhalten: Bitte nehmen Sie auch Rücksicht auf andere Naturfreund*innen. Damit der Ausflug in die Natur für Jogger*innen, Radfahrer*innen, Familien mit Kindern und Spaziergänger*innen gleichermaßen zum schönen Erlebnis wird, sollten alle einander mit Rücksicht begegnen. Bitte parken Sie auch nur auf den ausgewiesenen Flächen.
Nichts hinterlassen: Abfall ist nicht immer zu vermeiden, ob Plastik oder Bananenschalen. In der Natur hat er aber nichts zu suchen. Bitte unbedingt wieder mit nachhause nehmen oder in die vorgesehenen Behälter werfen.
Nicht zündeln: Rauchen, Grillen und offenes Feuer werden schnell zu einer großen Gefahr. Viele unterschätzen auch den Schaden, den achtlos weggeworfene Zigarettenstummel anrichten. Diese enthalten viele Schadstoffe und Plastik, die so unkontrolliert in unsere Natur gelangen und sich dort anreichern.
In Hessen gibt es viele attraktive Möglichkeiten, gemeinsam mit dem NABU und seinen Mitgliedern Natur zu erleben und zu genießen. Dazu gehören die NABU-Erlebnispunkte und Schutzgebiete der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe. Mit etwas Vorsorge und Umsicht wird der Ausflug zu einem schönen Erlebnis für alle Beteiligten. Wer sich ruhig verhält, kann vielleicht einen seltenen Vogel, ein äsendes Reh oder einen bunten Schmetterling beobachten und dann mit einem besonders schönen Naturerlebnis nach Hause gehen.
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