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Echte Chance für Mensch und Natur

Maik Sommerhage im Interview zum EU-Wiederherstellungsgesetz

Das EU-Wiederherstellungsgesetz der Natur möchte dazu beitragen, die Lebensräume von wilden Tieren und Pflanzen dauerhaft zu schützen. Im Interview zeigt der NABU-Landesvorsitzende Maik Sommerhage auf, warum das Gesetz wichtig für die Zukunft ist.

Interview mit Maik Sommerhage zum EU-Wiederherstellungsgesetz

Interview mit Maik Sommerhage zum EU-Wiederherstellungsgesetz


Das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur

Knapp 80 Prozent der geschützten natürlichen Lebensräume in Europa sind geschädigt. Das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur soll bedrohte Ökosysteme wie Moore, Wälder und Auen wieder in einen guten Zustand bringen. Das hilft auch uns Menschen.

Mehr über das EU-Gesetz erfahren

Warum ist das EU- Wiederherstellungsgesetz der Natur für Hessen so wichtig?

"Für mich ist das Wiederherstellungsgesetz für eine ganze Reihe von Arten und Lebensräumen die letzte Chance, dass Bestände erhalten bleiben können. Nach der EU- und FFH-Richtlinie ist es ein wichtiger und zentraler Meilenstein der europäischen Naturschutzpolitik. Wird das Gesetz nicht umgesetzt, müssen sich die politisch Verantwortlichen sowie all die weiteren Kritiker darüber im Klaren sein, dass sie ganz bewusst einige Arten und Lebensräume noch mehr in Bedrängnis bringen bzw. für deren Aussterben verantwortlich sind. Und genau so deutlich führen wir mit der Landesregierung auch immer wieder Gespräche dazu."


Tut die hessische Landespolitik genug für die Umsetzung?

Fichtenmonokulturen sind kein attraktiver Lebensraum - Foto: Anja Kureck

Fichtenmonokulturen sind kein attraktiver Lebensraum - Foto: Anja Kureck

"Nein, bis dato folgt die Verwaltung zwar den Aufforderungen aus Brüssel bzw. Berlin, aber politisch läuft es in die andere Richtung. Unser Umweltminister lehnt wie andere unionsgeführten Länder das Gesetz in seiner jetzigen Form ab, man schwankt zwischen gänzlicher Ablehnung und Überarbeitungswünschen. Begründet wird das Ganze u.a. mit Widersprüchen innerhalb des Gesetzes sowie fehlenden Mitteln. Für Klimaanpassung, wozu auch die Wiederherstellung von zerstörten Lebensräumen gezählt werden kann, stehen 100 Milliarden Euro in Berlin aus den Sonderschulden bereit. Und meiner Meinung nach brauchen wir nur einen Bruchteil davon, um viele zerstörte Lebensräume wiederherzustellen."


Manche Landwirte und Waldbesitzer stehen dem Gesetz skeptisch gegenüber. Sind ihre Sorgen vor zu vielen Regelungen berechtigt?

"Den skeptischen Äußerungen gilt es zunächst einmal Gehör zu schenken. Deshalb führen wir auch mit dem Bauern- und Waldbesitzerverband Gespräche. Häufig wird vor einer „Enteignung durch die Hintertür“ oder Produktionsverlusten in Bezug auf die Ernährungssicherheit gewarnt. Die Angst vor Einschränkungen bei eigenen Flächen gilt es ernst zu nehmen, zugleich verpflichtet Eigentum auch. Am Ende geht es um die Finanzierung all der Maßnahmen. Insofern sollten Politik und Verwaltung Anreize auch monetärer Natur schaffen, damit die Skepsis abgebaut wird."


Welche drei wichtigsten Maßnahmen sollten in Hessen zuerst angegangen werden?

Straßenbau zerschneidet Lebensräume vieler Arten - Foto: Helge May

Straßenbau zerschneidet Lebensräume vieler Arten - Foto: Helge May

"Priorität sollten zunächst einmal die Natura 2000-Gebiete bzw. Naturschutzgebiete haben, das wäre fast ein Viertel der Landesfläche Hessens. Gelingt es uns gesellschaftlich, dass auch hier zerstörte Lebensräume wiederhergestellt werden, wäre dies schon mal ein Meilenstein für den hessischen Naturschutz. Weitere wichtige Maßnahmenräume sehe ich in den Auen und Wäldern."


Hier Wurde Natur wiederhergestellt

Eschkopf bei Rockensüß - Foto: Bundesforstbetrieb Schwarzenborn
Neue Blumenwiese

Auf dem Eschkopf bei Rockensüß erwachen nun endlich wieder die bunten Blüten vieler Orchideenarten und andere Blumen zum Leben. Zuvor stand hier ein künstlicher angelegter Fichtenhorst. Nun entsteht hier wieder gehaltvoller Kalkmagerrasen. Mehr →

Nahaufnahme eines Eisvogels, der auf einem mit Flechten bewachsenen Ast sitzt.
Dynamische Artenvielfalt für die Metropole

Knapper Wohnraum zu guten Konditionen ist auch für die Natur ein Problem im Ballungsraum Rhein-Main. In der Eschbachaue im Frankfurter Norden kaufen wir Flächen an und verwandeln sie in eine Oase für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Mehr →

Bruchwiesen bei Büttelborn - Foto: Bernd Petri
Die "Bruchwiesen" bei Büttelborn

Die Bruchwiesen von Büttelborn gehören zu den bedeutendsten Lebensräumen für Tier- und Pflanzenarten der Feuchtgebiete. Rund einhundertzwanzig Brutvogelarten leben in den wertvollen Niedermoorflächen. Mehr →

Blühender Mauerpfeffer aus einem grauen Stein, im Hintergrund ist verschwommen das Mittelrheintal erkennbar.
Die Rheinhänge bei Assmannshausen

Die wärmeliebenden Arten unter den Tieren und Pflanzen fühlen sich im Mittelrheintal besonders wohl. Steile Weinhänge, gehalten von warmen Natursteinmauern, sonnige Felsen und trockene Eichenwäldchen bieten Heimat. Mehr →

Ansprechpartner

Landesvorsitzender Maik Sommerhage - Foto: Marleen Konn
Maik Sommerhage
Landesvorsitzender NABU Hessen E-Mail schreiben

HINTERGRUND

Familie im Grünen - Foto: Thomas Zigann

Das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur

Das Gesetz soll bedrohte Ökosysteme wie Moore und Auen wieder in einen guten Zustand bringen. Diese Wiederherstellung hilt auch uns Menschen.

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Das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur sieht vor, dass auf den ersten 30 Prozent der entwässerten Moorböden Maßnahmen begonnen werden - Foto:  Erhard Nerger

Wiederherstellungsplan bleibt hinter Anspruch zurück

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NABU-Akademie Hessen

Naturführung für Naturfreunde - Foto: Berthold Langenhorst

Fortbildungen für NABU-Aktive

Die NABU-Akademie Hessen bietet Kurse, Workshops und Tagungen rund um den Schutz der biologischen Vielfalt an.

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Termine

08.09. 18:00 Uhr

NABU-Stammtisch
63110 Rodgau

11.09. 19:00 Uhr

Flugkünstler der Nacht
64366 Mühltal

12.09. 09:30 Uhr

Apfelernte
64546 Mörfelden-Walldorf

12.09. 19:00 Uhr

Fledermäuse am Alten Flugplatz
60437 Frankfurt am Main

13.09. 10:00 Uhr

Streuobstwiesen-Wanderung [fällt aus!]
63477 Maintal

13.09. 20:00 Uhr

Nachtfalter entdecken
65197 Wiesbaden

15.09. 19:00 Uhr

Igel - was raschelt denn da?
34117 Kassel

16.09. 15:30 Uhr

Basteln von Rindenschablonen
63589 Linsengericht-Großenhausen

20.09. 11:00 Uhr

Rund um den Apfel
64546 Mörfelden-Walldorf

20.09. 11:00 Uhr

Lebendige Friedhöfe: NABU-Infostand beim Tag des Friedhofs
60320 Frankfurt am Main

25.09. 20:00 Uhr

Vortrag Fließgewässer im Klimawandel
63477 Maintal

26.09. 09:00 Uhr

Kurs Obstsortenvielfalt, Obstverwertung
61231 Bad Nauheim

26.09. 11:00 Uhr

Obsternte in Sossenheim
65396 Frankfurt am Main

27.09. 10:00 Uhr

Streuobstfest
61231 Bad Nauheim

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