Hessen.NABU.de Projekte Nussjagd in Hessen Nussjagd – Was ist das?
Nussjagd - Was ist das?
Nussjagd - Was ist das?
Detektivspiel mit wissenschaftlichem Hintergrund
Von der Haselmaus angeknabberte Nüsse
Ohne die Hilfe der Kinder geht es nicht. Wir brauchen einfach viele, viele fleißige Nussjäger, um einen Überblick vom Vorkommen der Haselmaus im ganzen Land zu bekommen!
Unter Haselnuss-Sträuchern lassen sich ganze Geschichten entdecken, denn Eichhörnchen, Gelbhalsmäuse, Rötelmäuse, Nussbohrer oder Haselmäuse öffnen die Nüsse auf verschiedene Weise. Eichhörnchen knacken die Schalen in zwei Hälften. Gelbhals- und Rötelmaus nagen auch runde Löcher, aber die Zähnchen hinterlassen Striche senkrecht zur Öffnung. Bei der Haselmaus sind sie parallel zur Öffnung. Der Nussbohrer macht es uns leicht: Da gibts nur ein kleines Loch wie ein Stecknadelkopf. Da bohrt sich der Nussbohrer übrigens raus, nicht rein!
Bisher bekannte Verbreitung der Haselmaus mit Zufallsmeldungen aus den Jahren 1996-2006 (Karte: Hessen-Forst FENA, Broschüre Die Haselmaus in Hessen.
Bei den Nüssen, die ihr sammelt, könnt ihr allein oder in der Gruppe mit dem Fraßspuren-Bestimmungsschlüssel (bei downloads) die verschiedenen Tieren zuordnen.
Wenn ihr sicher seid, ein paar Haselmaus-Nüsse gefunden zu haben, könnt ihr uns diese schicken. Ihr bekommt dann auch eine Rückmeldung, ob die Nüsse tatsächlich von einer Haselmaus angeknabbert wurden.
Unser Ziel ist eine aktuelle Verbreitungskarte der Haselmaus für Hessen. Bereits in den letzten Jahren wurden Informationen über Zufallsbeobachtungen von NABU-Gruppen und Förstern gesammelt und bei Hessen-Forst/FENA zusammengeführt. Das Ergebnis, die neben stehende Verbreitungskarte mit Hinweisen von 1996-2006 zeigt zweierlei:
1. Grundsätzlich kann die Haselmaus im ganzen Land vorkommen, und jeder hat die Chance, sie bei der Nussjagd zu finden!
2. Es gibt noch sehr große Wissenslücken, also weiße Flecken, wo wir suchen müssen, um die Haselmaus nachzuweisen!
Material und den Kontakt zur Schlauenmaus
Aktuelle Tipps für Nussjäger
Aus den Erfahrungen der Sammelmaus
Junge kletternde Haselmäuse (Foto: Dieter Bark)
Bitte sucht möglichst an Waldrändern oder an Hecken, die aber an den Wald angrenzen müssen! Denn nur hier habt ihr eine echte Chance, die Haselmaus zu finden.
Gärten, Parks oder freistehende Hecken und Feldgehölze sind nicht gut geeignet. Hier ist die Wahrscheinlichkeit nur sehr gering, dass Haselmäuse vorkommen!
Haselmaus (Foto: Dieter Bark)
Sucht nicht zu lange unter einem Haselstrauch, wenn ihr gar keine Nüsse findet! Manche Sträucher stehen zu dunkel, und tragen daher keine Nüsse. Wenn ihr nach zwei Minuten noch überhaupt keine Nuss gefunden habt, geht besser weiter und sucht einen anderen Strauch der heller steht!
Am Besten schaut ihr Euch die Nüsse unterm Strauch noch gar nicht genau an - es ist ohnehin zu dunkel, um Zahnspuren zu sehen. Steckt erst mal alle Nüsse die ihr findet in eine Tüte, sucht euch dann einen bequemen hellen Platz, und sortiert dort eure Nüsse!
Schlafende Haselmaus (Dieter Bark)
Manchmal, wenn ein Strauch sehr hell steht, wachsen darunter noch Kräuter, die beim Suchen stören. Manchmal sind auch Brennesseln dabei. Zieht Euch deshalb feste Schuhe an und lange Hosen, wenn ihr auf die Suche geht. Ein Arbeitshandschuh ist praktisch, wenn man die störenden Pflanzen wie Efeu zur Seite ziehen will. Optimal sind Haselsträucher, die mit der einen Hälfte noch schön hell stehen, die andere Hälfte schattig und ohne störenden Unterwuchs. Da gibts dann Nüsse in Hülle und Fülle!
Bilder des Naturfotografen Dieter Bark
Wie finde ich die Haselsträucher?
Haselnüsse sind eine Lieblingsspeise der Haselmäuse
Haselstrauch (Foto: M. Harthun)
Haselsträucher gibt es überall in Hessen. Ihr erkennt die Sträucher im Frühjahr sehr leicht an den vielen gelben "Würmchen", den männlichen Blüten. Die weiblichen Blüten hingegen sind rötlich und liegen ganz klein an den Ästen an. Die Hasel wächst gern in Hecken, an Waldrändern oder in lichten Wäldern. Die Blätter des vielstämmigen Strauchs sind so groß wie eine Kinderhand und leicht gezahnt. Auf beiden Seiten haben die Blätter Härchen, so dass sie sich pelzig anfühlen.
Haselblatt (Foto: M. Harthun)
Schon im Spätsommer kannst Du die noch grünen Haselnüsse an den Sträuchern sehen. Etwa Anfang September sind sie reif und fallen aus. Dann stürzen sich zahlreiche Tiere auf die leckeren Nüsse. Eichhörnchen tragen die Nüsse in ihre Verstecke, auch Gelbhalsmäuse und Rötelmäuse holen sich ihren Anteil. Unter den Sträuchern könnt ihr dann ausgefressene Nuss-Schalen finden. Anhand der Löcher könnt ihr feststellen, ob die Haselmaus oder ein anderes Tier die Nuss gefressen hat. Alles was du tun musst, ist die richtigen Nüsse zu finden.
Haselnüsse (Foto: H. Mai)
Die wilden Haselnüsse sind viel kleiner als die, die in Geschäften verkauft werden. Trotzdem wirst Du die Form und Farbe erkennen. Weil die Schale so hart ist, bleiben die angefressenen Nüsse länger als ein Jahr unter den Sträuchern liegen. Ihr habt also sogar im Frühling die Chance, auf Nussjagd zu gehen.
Das Einmaleins der Nussjagd
Jagdanleitung
Waldrand (Foto: M. Harthun)
1. Am meisten Spaß macht die Jagd in einer Gruppe von Kindern! Suche in der Umgebung einen Wald, Waldrand oder eine breite Hecke. Denke dran: Haselmäuse lieben dichte und artenreiche Gestrüppe, am besten direkt neben einem Laubwald. Eine solche Stelle zu finden, ist zunächst das Allerwichtigste!
Die Kinder der KITA Löwenzahn aus Biedenkopf
2. Nun musst du Haselsträucher finden. Unter großen alten Haselsträuchern liegen meist mehr Nüsse als unter jungen Büschen. Kannst du gar keine Nüsse finden, musst du deine Nussjagd unter einem anderen Strauch fortsetzen.
Plakat der KITA Löwenzahn in Biedenkopf
3. Sammle alle angenagten Haselnüsse, die du finden kannst und merke dir, wie lange du gesucht hast. Nach Möglichkeit solltest du 20 Minuten unter einem Strauch suchen. Insgesamt sind 2 Stunden Jagdzeit ausreichend.
Bei der KITA Löwenzahn in Biedenkopf gabs sogar noch einen Finderlohn als besonderen Anreiz für die fleißigen Forscher!
Es gibt keinen Mißerfolg bei der Suche!
Wichtig: Auch Verbreitungslücken melden
Ihr habt nur Eichhörnchen-Nüsse gefunden?
Findet ihr keine Nüsse, die von der Haselmaus angeknabbert wurden, ist das gar nicht schlimm. Auch die Information, wo die Haselmaus fehlt, ist sehr wichtig! Denn hier muss ja versucht werden, der Haselmaus zu helfen. Hier muss ihr Lebensraum verbessert werden! Schickt uns deshalb unbedingt auch euren Jagdbericht, wenn ihr keine verdächtigen Nüsse gefunden habt.
Hilfe für die Haselmaus
Ergebnisse melden!
Der Jagdbericht
Der Jagdbericht ist für uns besonders wichtig, denn er zeigt uns, in welchem Gebiet in Hessen Nussjagden stattgefunden haben und wo es Haselmäuse gibt.
Nach einer erfolgreichen Nussjagd sortierst du die Nüsse nach den Spuren, die du an ihnen entdeckst.
Die Klassen 1-4 der Grundschule in Steinau Uerzell trugen 1807 Nüsse zusammen!
Sind Nüsse dabei, von denen du dir sicher bist, dass eine Haselmaus sie zwischen den Zähnen hatte, dann stecke einige davon in ein Überraschungs-Ei oder eine Filmdose. Sonst kann es passieren, dass bei uns nur Bruchstücke ankommen.
Bitte schicke uns nur Nüsse, die du selbst schon genau geprüft hast. Wir können zukünftig leider nicht -wie im ersten Jahr der Nussjagd- Tausende Nüsse selber prüfen, da wir keine Projektförderung mehr bekommen. Am Wichtigsten ist für uns der Jagdbericht.
Wenn ihr als Gruppe gesucht habt, packt eure Haselmaus-Nüsse zusammen in einen Umschlag und tragt einfach im Jagdbericht ein, wie viele Leute mitgemacht haben. Bitte gebt dann an, ob ihr eine Naturschutz-, Kindergarten- oder Schülergruppe seid. Ihr könnt auch einen Zettel mit euren Namen mit hineinstecken.
Diese Karte bekamen wir vom Kindergarten Niederems
Richtig professionell wird es, wenn ihr uns sogar eine gemalte Schatzkarte oder eine Kopie einer Landkarte schickt, auf der ihr die Stelle markiert, wo ihr gesucht habt!
Von Wiebke (Grundschule Steinau-Uerzell)
Besonders freuen wir uns, wenn ihr noch andere Ideen zur Haselmaus habt - zum Beispiel ein Gedicht schreibt oder ein Haselmaus-Bild mitschickt!
![]() |
Jagdbericht zur Nussjagd in Hessen
|
|
Jetzt füllst du den Jagdbericht auf der Sammeltüte (oder dem Ausdruck) aus. Tu das bitte auch, wenn du keine Haselnüsse mit Haselmaus-Fraßspuren finden konntest, denn es ist für uns auch wichtig zu wissen, wo es zwar reichlich Haselnüsse aber keine Haselmäuse gibt. Also dann ruhig den leeren Briefumschlag zurückschicken!
Und vergiss nicht, deinen Namen und deine Adresse auf dem Jagdbericht einzutragen. Sende den Jagdbericht mit den Nüssen an den NABU Hessen, Friedenstraße 26, 35578 Wetzlar.
Aktuelle Ergebnisse der Nussjagd in Hessen
Die Projektträger
Naturschutzbund NABU Hessen
Die Nussjagd in Hessen wird von verschiedenen Trägern ausgerichtet:
Der NABU ist mit fast 40.000 Mitgliedern der größte Naturschutzverband in Hessen. In über 400 örtlichen Gruppen gibt es die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit. Der NABU macht Artenschutzprojekte zu verschiedenen Tiergruppen, wie Amphibien, Fledermäusen und Vögeln. Auf unserer Internetseite gibt es viele spannende Informationen zu faszinierenden Arten. Über die seine Stiftung "Hessisches Naturerbe" sichert der NABU wertvolle Flächen für die Natur: In über 50 Projekten haben wir inzwischen Flächen erworben.
Der NABU ist eine wichtige Lobby für die Natur, und hat sich in den letzten Jahren unter anderem für die Ausweisung des Nationalparks Kellerwald-Edersee und die Europäischen Schutzgebiete (Natura 2000) eingesetzt.
Mehr
Naturschutzjugend NAJU Hessen
Die NAJU ist der Jugendverband des NABU Hessen und mit über 130 Kinder- und Jugendgruppen in ganz Hessen vertreten. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen Naturerleben, Umweltbildung und die praktische Arbeit im Naturschutz. Der Landesverband veranstaltet Gruppenleiter-Fortbildungen, naturkundliche Kurse und Erlebnisfreizeiten. Darüber hinaus entwickelt er neue Naturbildungs-Projekte wie "Wildlife - Elementares Naturerleben" (www.naju-wildlife.de) und "Abenteuer Wildtier" (www.abenteuer-wildtier.de). Bei Abenteuer Wildtier verwandeln sich Kinder in eine Wildtierart und erspielen sich dessen Lebenswelt.
Mehr
Naturschutz-Akademie Hessen NAH
Die Naturschutz-Akademie Hessen (NAH) ist ein Kooperationsmodell des Landes Hessen und des Naturschutz-Zentrums Hessen mit Sitz in Wetzlar. Die Schwerpunkte der Arbeit sind die Fortbildung für den ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutz und das gesamte Berufsfeld Naturschutz und Landschaftspflege sowie die Umweltbildung im schulischen und außerschulischen Bereich. Hierzu werden auch pädagogische Multiplikatoren wie Lehrkräfte und Erzieherinnen fortgebildet. Daneben werden Fach-Arbeitsgruppen, Projekte und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) betreut.
Mehr
Förderer: Stiftung Hessischer Naturschutz
Die Stiftung Hessischer Naturschutz unterstützt die Grosse Nussjagd in Hessen finanziell.
Mehr
Urheber: Sächsische Landesstiftung und DVL
Die Nussjagd in Hessen ist ein Folgeprojekt der Großen Nussjagd in Sachsen 2004. Das Konzept wurde nach einer Anregung aus England für Deutschland entwickelt und erstmalig umgesetzt von der Sächsische Landesstiftung, Natur und Umwelt / Naturschutzfonds und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V., Landesarbeitsgemeinschaft Sachsen.
Mehr

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
Desktopmotive
Verbandsnetz
