Hessen.NABU.de Projekte Nussjagd in Hessen Hilfe für die Haselmaus

Hilfe für die Haselmaus

Hilfe für die Haselmaus

So könnt ihr der Haselmaus helfen

Haselmaus

Haselmaus (Foto: Kretzer/NVSV)

Der Haselmaus können wir am Besten helfen, in dem wir ihren Lebensraum schützen.

Außerdem können wir Ihnen mehr Unterschlupf anbieten, durch Nistkästen in den Bereichen, in denen sie leben.

Albert-Einstein-Schule

Katerina Stelz aus der 5. Klasse der Albert-Einstein-Schule in Nidderau brachte es auf den Punkt!

Naturwälder

Strukturvielfalt bringt Artenvielfalt

Buchen mit Naturverjüngung

Buchen mit Naturverjüngung

Wirtschaftsforsten müssen naturnahe Wälder werden. Und dazu gehören auch lichte Bereiche, wie Windbruchflächen, die nicht gleich wieder aufgeforstet werden. Hier können sich Sträucher entwickeln, wie Hasel, Weißdorn oder Schlehen. So findet die Haselmaus einen geeigneten Lebensraum mit ausreichend Futter von Frühjahr bis Herbst.

In sehr alten Waldbeständen brechen immer mal wieder alte Bäume um und lassen Licht an den Waldboden, wo Sträucher wachsen können. Wichtig ist, dass die Wälder überhaupt dieses Alter (über 180 Jahre) erreichen, und nicht vorher gefällt und neu aufgeforstet werden. Alte historische Nutzungsformen wie Nieder- und Mittelwald bieten ideale Strukturen und sollten unbedingt erhalten werden. Fragt mal euren Förster, ob er Euch solche Stellen im Wald zeigen kann und zählt mal die verschiedenen Straucharten die ihr findet!

Holzfällungen Hilders

Waldwege dürfen nur so breit sein, dass sich die Zweige der Bäume darüber noch berühren

Durch weniger und schmalere Waldwege kann der Art geholfen werden, sich auszubreiten.

Durchforstungen, bei der alle kleineren Büsche und Jungbäume herausgenommen werden, sollten stets nur auf Flächen von höchstens 2 Hektar (die Größe von ca. 4 Fußballplätzen) erfolgen. Dann hat die Haselmaus noch die Chance, weiter zu wandern und woanders Nester zu bauen und Beeren zu suchen.

Buche mit Spechthöhle

Die Konkurrenz um Baumhöhlen im Wald ist hoch! Gerade im Wettkampf mit dem Siebenschläfer zieht die viel kleinere Haselmaus oft den Kürzeren.

Wir brauchen daher viel mehr alte Bäume (über 180 Jahre) und auch tote Bäume im Wald, in denen Höhlenbewohner Unterschlupf finden können.

Dazu gehören neben den Siebenschläfern und Haselmäusen auch viele Fledermäuse, Spechte und Hohltauben.

Artenreiche Waldränder

Blüten- und Beerenreiche Büsche als Mantel des Waldes

Waldrand

Waldränder sollten nicht so aussehen, dass der Hochwald mit den großen Bäumen bis zum Feldrand geht. Es sollte ein stufiges Abfallen der Höhe geben, durch einen Streifen mit Wildsträuchern, die Nahrung für die Haselmäuse bieten, und einem Saum mit Wildkräutern.

Auch hier könnt ihr mal Euren Förster bitten, euch verschiedene Waldränder zu zeigen. Vielleicht könnt ihr mit ihm gemeinsam eine Pflanzaktion machen, und Beerensträucher an den Waldrand pflanzen!

Hecken

...sind mehr als eine Gehölzreihe!

Hasel-Hecke

Hecken sind selbst bereits ein guter Lebensraum für die Haselmaus, wenn sie breit und artenreich genug ist. Wichtig sind sie aber auch als Wanderweg um neue Gebiete oder Partner für die Vermehrung zu finden.

Wenn es bei Euch eine Naturschutzgruppe gibt, oder ihr einen Bauern kennt, könnt ihr vielleicht eine Hecke pflanzen. Oder ihr schließt irgendwo Lücken in einer bestehenden Hecke, damit die Haselmäuse von Strauch zu Strauch springen können. Dabei müssen vor allem geeignete fruchttragende Gehölze gepflanzt werden, wie z.B. Hasel, Schlehe, Weißdorn, Hundsrose, Himbeere und Deutsches Geißblatt.

Der Biotopverbund fängt schon im Kleinen an: Da die Haselmäuse viel lieber von Baumkrone zu Baumkrone klettern, als über den Boden zu laufen, kann schon eine kleine Straße eine Ausbreitungsbarriere darstellen. Wenn man ein Haselmausvorkommen kennt, dann lohnt sich die Überbrückung solcher Barrieren durch zwei Bäume, die über der Straße einen Kronenschluss bilden.

Nistkästen

...wertvolle Quartiere, nicht nur für Vögel

Haselmaus-Nistkasten

Haselmaus-Nistkasten

Da es wenig richtig alte Bäume (über 140-Jahre) gibt, gibt es auch nur wenig Höhlen im Wald. Deshalb können Nistkästen als künstliche Höhlen für Haselmäuse überlebenswichtig sein - vor allem im Konkurrenzkampf mit dem Siebenschläfer. Das Aufhängen von Nistkästen in Wäldern ist deshalb eine gute Möglichkeit, den Haselmäusen zu helfen.

Sinnvoll sind Vogelnistkästen, die eben auch von Vögeln genutzt werden können.

Haselmauskasten-Bauanleitung

Wenn ihr schon sicher seid, dass die Haselmaus in einem Gebiet vorkommt, könnt ihr auch spezielle Haselmauskästen bauen und aufhängen. Das Geheimnis der Haselmauskästen: Die Öffnung ist unsichtbar, nämlich zum Stamm hin, damit der Kasten nicht von Vögeln besiedelt wird, sondern der Haselmaus vorbehalten bleibt. Die NAJU Frankenberg hat extra für Euch diese Bauanleitung für Haselmauskästen erstellt.

Bauanleitung Haselmauskasten
Haselmauskasten

So hängt man Haselmauskästen auf (hier ein anderer Bautyp)

In die Nistkästen gehen die Haselmäuse nur im Sommer - vor allem im Spätsommer, wenn es draußen kühler wird. Im Winter werden die Kästen bei Frost zu kalt. Deshalb müssen sich die Haselmäuse dann in der Laubstreu eingraben.

Rechtlicher Schutz

Die Haselmaus ist eine FFH-Art

Europafahne

Der Gesetzgeber versucht die Haselmaus ebenfalls zu schützen: Zum Beispiel mit der Europäischen Fauna-Flora-Habitat-(FFH)Richtlinie. So wurde die Haselmaus zur FFH-Art, für die eine Schutzverpflichtung besteht.

Der NABU hat viel zum Aufbau des Netzes von FFH-Gebieten in Hessen beigetragen. Denn die vielen örtlich Aktiven haben ihr Wissen gesammelt und der EU zur Verfügung gestellt.

Als Natura 2000 bezeichnet man die Gesamtheit der Schutzgebiete, die nach der FFH-Richtlinie und der EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen wurden.

Doch Gesetze allein reichen nicht. Nun brauchen die Erwachsenen die Hilfe der Kinder, um festzustellen, wo Artenschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Alle EU-Länder haben sich verpflichtet, bis 2010 das Aussterben der Arten einzudämmen. Das Land Hessen hat dies in seiner Countdown-2010-Erklärung kürzlich bekräftigt. Die Haselmaus-Erfassung wird helfen, den Worten auch Taten folgen zu lassen.

mehr Mehr zum Europäischen Naturschutz

Fehlender Schutz für die Haselmaus

Die Haselmaus ist bisher nur in 12 Europäischen Schutzgebieten geschützt

Haselmaus

Zwar verpflichtet die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zum Schutz der Haselmaus in ganz Europa. Aber da ihre Verbreitung so unbekannt ist, wurde sie in Hessen nur in 12 FFH-Gebieten als schutzwürdige Art gemeldet. Nur hier wird die Haselmaus also besonders beachtet, wenn es um drohende Naturzerstörungen in diesen Gebieten geht. Umso wichtiger ist es, dass wir im Rahmen der Nussjagd neue Haselmausvorkommen nachweisen, die in die Listen der zu schützenden Arten in Europäischen Schutzgebieten nachgetragen werden müssen!
Zwar gilt der Schutz der Haselmaus auch außerhalb dieser Schutzgebiete. Aber die Gebiete unterliegen einer regelmäßigen (6-jährigen) Beobachtung. Und es gibt eine Pflicht zur Aufstellung eines Maßnahmenplans, der dann auch konkrete Maßnahmen für die Haselmaus beinhalten kann.

Wehrheimer Waldwichtel pflanzen Haselsträucher

Waldkindergarten hilft den Haselmäusen aktiv

NAJU Wehrheim

Kinder der NAJU Wehrheim bei der Nistkastenkontrolle

Schon im Herbst 2007 erschien ein großer Zeitungsbericht über die Wehrheimer Kinder, die auf die Nussjagd gingen. Allerdings: Es gab nur einen einzigen Haselnuss-Strauch am Waldrand, und das ist eindeutig zu wenig, wie die Kinder finden. "Dann müssen wir hier demnächst welche pflanzen", so das Fazit. Denn obwohl Haselmäuse sich im Frühling von Knospen und im Sommer von Früchten ernähren, im Herbst brauchen sie die fetten Haselnüsse, um sich den Winterspeck anzufressen. Und tatsächlich, einige Wochen später erhielten wir noch mal folgenden Brief:

NAJU Wehrheim

Kinder der NAJU Wehrheim bei der Nusssuche

Liebe Haselmausforscher,
wir hatten viel Spaß bei der Suche, den Haselmausspielen, dem Nüsseknacken und Probieren. Weil neben dem Bauwagen wohl Brombeeren, aber keine Haselnüsse wachsen, haben wir viele gepflanzt. Jedes Kind hat ein Haselmausbild gemalt und natürlich stolz ein Forscherdiplom mit nach Hause genommen.
Haselmausige Grüße aus dem Wehrheimer Wald.

Andrea Pfäfflin und Maria Schiffl und 20 Waldwichtel

NAJU Wehrheim




Sich-in-der Laubstreu-verbuddeln wie eine Haselmaus im Winternest macht auch Spaß....!

Auch für andere Arten lohnt sich der Schutz!

Hamster Hermann darf in Hessen wieder hoffen

Feldhamster3

Der Feldhamster
Hamster Hermann darf in Hessen wieder hoffen

Der Feldhamster (Cricetus cricetus) war noch vor wenigen Jahrzehnten als "Getreideschädling" verhasst und fast ausgerottet. Inzwischen arbeiten Landwirte und Naturschützer zusammen, um das Aussterben der Art zu verhindern - und "Hermann der Hesse" hat sich zu einem sympathischen Werbeträger für den Naturschutz gemausert.

mehr Mehr zum Feldhamster

Die Wildkatze - Bestie oder scheue Schönheit?

Hessische Zwergtiger kehren auf leisen Sohlen zurück

Wildkatze4

Lange Zeit wurde der kleine gestreifte Beutegreifer als "blutgierige Bestie" verunglimpft und bis fast zur Ausrottung verfolgt. Restbestände schafften es in naturnahen und störungsarmen Waldgebieten zu über-leben. Heute hat die Wildkatze in Hessen wieder Fuß gefasst und ist auf dem Weg, ihre ursprünglichen Lebensräume auf leisen Sohlen zurückzuerobern. Um den "Zwergtiger" als Teil des hessischen Naturerbes zu bewahren, initiiert der NABU Hessen den Ankauf von Waldgebieten und wirbt um Unterstützung.

mehr Mehr zur Wildkatze

Der Fischotter

Auf dem Sprung zurück nach Hessen?

Fischotter2

Noch gilt der wendige Wassermarder in Hessen als ausgestorben - doch aus verschiedenen Landesteilen mehren sich Hinweise und Anzeichen auf die ersten Rückkehrer des versteckt lebenden Fischjägers. Sind das alles Fehlbeobachtungen oder klopft Lutra lutra wirklich an Hessen Tore? Der NABU begrüßt die bevorstehende Rückkehr des früher stark verfolgten Wassermarders und heißt den kleinen Räuber herzlich willkommen.

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Fliegende Kobolde der Nacht

Hessens größte Fledermaus: Das Große Mausohr

Mausohrflug

Die europaweit über die FFH-Richtlinie geschützten "Mausohren" gelten in Hessen als stark gefährdet. Von der Meldung großer Waldgebiete und zahlreicher Wohnquartiere als FFH-Gebiete könnten die geselligen Ultraschall-Jäger in Hessen erheblich profitieren.

Niemals waren Fledermäuse den Menschen gleichgültig. Ihre ungewöhnliche Gestalt und ihr geheimnisvolles nächtliches Leben regte zu allen Zeiten die menschliche Fantasie an. Allerlei Gruselmärchen, Mythen und abergläubische Vorstellungen verhinderten über Jahrhunderte einen vorurteilsfreien Blick auf die faszinierenden Wesen. Doch die "Kobolde der Nacht" verdienen unsere Sympathie und unseren Schutz.

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Baumeister auf dem Siegeszug: Der Biber

Der Biber kehrt nach 200 Jahren nach Hessen zurück

Jungbiber (Foto: G. Schwab)

Lange war das größte Nagetier Europas in Hessen ausgestorben. Nun kehrt er zurück und sorgt für viel Wirbel. Denn als im Tierreich einzigartiger Baumeister gestaltet er die Landschaft nach seinem Geschmack. Eine Provokation für eine durchgeplante Republik! Der NABU sieht im Biber einen Verbündeten im Einsatz für naturnahe Auen.

Weitgehend verschwunden war der Biber in Hessen schon im 16. Jahrhundert: Die letzte Meldung stammt aus dem Jahr 1596 von der Gersprenz bei Stockstadt. 1846 fand man in einer Höhle an der Fulda noch einige Biberskelette.

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