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Munterer Bilch

Munterer Bilch im Haselmussstrauch

Eine Haselmaus ist gar keine Maus

Haselmaus

Haselmaus im Gebüsch

Auch wenn sie so aussieht und sich so bewegt wie eine Maus: Sie gehört zur Familie der Schlafmäuse oder Bilche und hat im Gegensatz zu den echten Mäusen einen buschigen Schwanz. Mit ihm steuert sie, wenn sie durchs Geäst springt. Echte Mäuse haben einen dünnen, fast nackten Schwanz.

Die Haselmaus ist verwandt mit den Siebenschläfern, die bekannter sind, weil sie manchmal lautstark Radau auf dem Dachboden machen. Beiden gemeinsam ist, dass sie wirklich gerne schlafen: Die Haselmaus macht bis zu sieben Monate Winterschlaf, vom Herbst bis zum Frühling.

In dieser langen Zeit frisst sie nichts. Deshalb wiegt sie nach dem Winterschlaf nur noch halb so viel wie vorher - gerade mal so viel wie ein Riegel Schokolade (15 bis 35 Gramm).

Siebenschläfer

Siebenschläfer (Foto: Delpho)

Die kleine Haselmaus ist wirklich winzig: Mit sieben bis acht Zentimetern (plus sechs bis acht Zentimeter Schwanz) ist sie nur daumengroß. Einmal bis zweimal bekommt die Haselmaus zwei bis sieben Junge, zwischen Juni und September. Die Nester sind fein gewebte, faustgroße Kugeln, die gern in Baumhöhlen, Nistkästen oder Brombeerranken gebaut werden. Die Haselmäuse können bis zu fünf Jahre alt werden.

Ebereschen-Früchte

Ebereschen-Früchte (Foto: M. Harthun)

Außer Haselnüssen frisst sie auch gern Beeren (Brombeeren, Himbeeren, Heckenkirschen), Knospen und Blüten vieler anderer Pflanzen. Bei eurer Suche lohnt sich daher auch ein Blick auf die anderen Sträucher im Lebensraum. Eine große Pflanzenvielfalt ist ihr also ganz wichtig. In Wäldern, wo diese Vielfalt fehlt, kann sie nicht überleben.

Auch kleine Insekten werden manchmal gefressen. Mit den Haselnüssen und Eicheln fressen sich die Haselmäuse im Herbst den nötigen Speck an, bevor sie in den Winterschlaf gehen. Dazu kuscheln sie sich in die Laubstreu am Waldboden und senken ihre Körpertemperatur bis auf 4 Grad Celsius ab.

Buchen mit Naturverjüngung

Die Haselmäuse leben im lichten Wald, zum Beispiel auf ehemaligen Kahlschlagsflächen, auf denen sich die ersten Jungbäume entwickeln, oder am Waldrand. Die Wälder müssen aber mindestens 20 Hektar groß sein - selbst da können nur etwa 70 Haselmäuse leben! Das ist das Minimum für eine stabile Population!

Auch leben sie gern in Hecken und Feldgehölze, wenn diese untereinander vernetzt sind. Dies ist sehr wichtig, denn Haselmäuse bewegen sich selten am Boden. Sie können klettern wie Äffchen und fühlen sich deshalb im Geäst der Sträucher viel sicherer. Daher werden isoliert stehende Hecken oder Feldgehölze nur schwer besiedelt. Am Besten sind Hecken, die einen Biotopverbund bilden.

Siebenschläfer

Siebenschläfer (Foto: M. Delpho)

In den älteren Hochwäldern hingegen leben die Siebenschläfer. Es gibt eine starke Konkurrenz zwischen Haselmäusen und Siebenschläfern um die wenigen Baumhöhlen die es gibt. Der deutlich größere Siebenschläfer (Gewicht 70-280 g, Länge ohne Schwanz 12-22 cm!) ist viel stärker und scheint die Haselmaus aus manchen Gebieten zu verdrängen. Deshalb können Nistkästen eine Hilfe für die Haselmäuse sein.

Paragraphendschungel

Die kleine Haselmaus hat es schwer. Sie ist in Deutschland eine besonders geschützte Art. Sogar auf europäischer Ebene ist sie durch die so genannte Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt. Deshalb dürfen Haselmäuse weder gestört noch gefangen werden. Bitte öffnet deshalb keine Vogelnistkästen, um Haselmäuse zu suchen. Gefährdet sind sie nicht nur durch die Seltenheit geeigneter Lebensräume, sondern auch durch Wildschweine: Sie stöbern die in der Laubstreu überwinternden Haselmäuse auf. Ein Problem sind auch hohe Dichten von Rehen oder Hirschen, denn durch den Wildverbiss kommen wachsen weniger Sträucher im Wald.

Damit wir sie schützen können, müssen wir aber erst einmal wissen, wo sie noch lebt. In Hessen ist ihre Verbreitung noch weitgehend unbekannt. Deshalb brauchen wir Dich als Forscher!

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