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Nachbarn im Königreich

Artenvielfalt im Reich des "Froschkönigs"

Blaukehlchen

Singendes Blaukehlchen

Fokussiert auf den Schutz des Laubfrosches dienen die Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des Projektes „Ein König sucht sein Reich“ nicht nur dem Überleben einer Art. Auch die Bewahrung der Artenvielfalt verschiedener Lebensgemeinschaften, die durch die Lebensraumansprüche des Laubfrosches repräsentiert werden, kann durch ein Artenschutzprojekt erreicht werden (Synergie-Effekte).

Da sich Deutschland völkerrechtlich zur Bewahrung seiner Biodiversität verpflichtet hat, tragen auf den Laubfrosch ausgerichtete Schutzmaßnahmen wesentlich zur Umsetzung dieses derzeit noch in weiter Ferne schwebenden Ziels bei.

Durch die Erhaltung und Wiederherstellung von Laichgewässern für den Laubfrosch bekommen auch Kammmolche, selten gewordene Libellenarten oder Wasserkäfer eine neue Überlebenschance. Mit dem Schutz extensiv bewirtschafteter und mit amphibienfreundlichen Mahdmethoden gemähter Feuchtwiesen profitieren Orchideen, Sumpfschrecken, Grasfrösche oder bodenbrütende Vogelarten (u. a. Kiebitze) von den Schutzmaßnahmen. Durch die Pflege von Hecken, Waldrändern und die Einrichtung extensiv genutzter Weidelandschaften werden auch Wildbienen, Fledermäuse, Nachtigallen und Neuntöter geschützt.

Schließlich tragen alle Maßnahmen gemeinsam dazu bei, dass nahrungsreiche Jagdreviere für Großvögel (z. B. Rohrweihe, Rotmilan) und Säugetiere (Dachs, Fuchs) wieder entstehen können.

Froschkönig und Mensch

Alles wie im Märchen?

laubfrosch-jungtier_klein

Die natürlichen Lebensräume des Laubfroschs waren die Auen größerer Flüsse. Durch die jährlichen Hochwasserereignisse entstanden immer wieder neue geeignete Kleingewässer. Auch Biber und große Weidetiere (Auerochsen, Wisente) dürften durch das Anstauen kleinerer Bäche und das Schaffen von Lichtungen das Auftreten des Laubfrosches begünstigt haben.

Heutzutage sind die meisten Flüsse begradigt oder eingedeicht, eine Landschaftsdynamik, wie sie der Laubfrosch zum Überleben braucht, findet sich kaum noch. Deshalb ist unser Froschkönig auf die Hilfe des Menschen angewiesen, um noch geeignete Laichgewässer zu finden. Kleine Tümpel müssen regelmäßig von aufkommenden Gehölzen, Schilf oder Rohrkolben befreit werden, damit sich die Larven noch entwickeln können.

Als unentbehrliche Landschaftspfleger haben sich Weidetiere erwiesen. So können im Extensiv-Grünland die Weidetümpel, so genannte Blänken, gleich mitbeweidet werden, wenn nur wenige Tiere auf großer Fläche stehen. Hierdurch bleiben die Tümpel in einem für den Laubfrosch optimalen Zustand. Aber nicht nur er profitiert von den großen Weidegängern: seltene Wiesenvögel wie Kiebitz und Bekassine nutzen die Feuchtstellen zur Brut und zahlreiche gefährdete Libellenarten entwickeln sich in den temporären Gewässern.

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