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Drei Wünsche an die Umweltministerin

Drei Wünsche an die Umweltministerin

Biosphärenreservat Rhön feiert zwanzigjähriges Jubiläum

Schafherde in der Rhön

Zum typischen Landschaftbild des Biosphärenreservats Rhön gehören extensiv bewirtschaftete Wiesen, die von Schafherden beweidet werden.


Zum 20-jährigen Jubiläum des Biosphärenreservates Rhön wünscht sich der NABU Hessen von Umweltministerin Lucia Puttrich drei Geburtstags-Geschenke: Die Ausweisung von drei großen Staatswald-Flächen als weitere Naturwald-Entwicklungsgebiete, eine windkraftfeie Hochrhön sowie den Verzicht auf den Bau der geplanten Bundesstraße B87neu von Fulda nach Meiningen. Nachhaltigkeit darf nicht nur ein Schlagwort sein, sondern muss sich in politischen Entscheidungen für eine nachhaltige Entwicklung wiederspiegeln. Dies gilt besonders für das Biosphärenreservat Rhön, das als Modellregion eine besondere Verantwortung trägt.

Eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung

Kernzonen-Schild

In den Kernzonen ist die Natur besonders geschützt

Biosphärenreservate sollen Modellregionen für nachhaltige Entwicklung sein. Dazu gehört auch die Ausweisung von Kernzonen für eine natürliche Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt. Diese Naturzonen haben nach UNESCO-Vorgaben drei Prozent der Gesamtfläche eines Biosphärenreservates einzunehmen.

Die Kernzone der Rhön wurde mit der Auflösung des zweitgrößten hessischen Naturschutzgebietes Haderwald vor drei Jahren um über 1000 Hektar verkleinert. Jetzt besteht ein Defizit von 450 Hektar Wildnisfläche, um die Mindestforderung der UNESCO zu erreichen. Die UNESCO hat den drei am Biosphärenreservat beteiligten Bundesländern Hessen, Thüringen und Bayern für die Nachmeldung der Kernzonen ein Ultimatum bis 2013 gestellt.


Das Biosphärenreservat braucht weitere Naturwald-Gebiete

Schwarzstorch

Der Schwarzstorch liebt strukturreiche Wälder mit alten Bäumen

Bis heute sind aber nur einige kleine Waldstücke in Planung, die ohnehin bereits Naturschutzgebiete seien. Dabei könne das Problem durch die Bereitstellung von drei großen Staatswaldgebieten sofort behoben werden. Der NABU Hessen schlägt einen Sofort-Verzicht auf Holzfällungen in den Buchenwäldern der Gebiete „Breiter Berg“ (200 Hektar) und „Suhl“ (385 Hektar) bei Molzbach nahe Hünfeld sowie „Landecker Berg“ (619 Hektar) bei Schenklengsfeld vor.

Die drei Wälder sind bereits als europäische Naturschutzgebiete ausgewiesen und gut dazu geeignet, das hessische Naturerbe zu bereichern. Naturwälder dieser Größe haben den Vorteil, dass sie von Besuchern der Rhön auch gefunden und erlebt werden können – anders als kleine, isolierte Waldsplitter. Die hessische Rhön würde damit eine natürliche Waldentwicklung auf 4% der Fläche erreichen.

Das Nationalkomitee von Man and Biosphere (MAB) wird die Rhöner im zweiten Quartal 2012 zu einem Rechenschaftsbericht auffordern. Bis dahin müssen die Kernzonen feststehen. Der NABU Hessen begrüßt die Absichtserklärung des Ministerpräsidenten Volker Bouffier auf seiner Sommerreise, dass das Land die Kernzonenerweiterung „hinbekommen werde“. Die 20-jährige Jubiläumsfeier ist der beste Anlass, um jetzt Nägel mit Köpfen zu machen.

Die Hochrhön soll windkraftfrei bleiben

Rhönwiese

Das Land der offenen Fernen soll auch künftig windkraftfrei bleiben

In Bezug auf den rasanten Ausbau der Windkraft soll die Rhön ihren Charakter als „Land der offenen Fernen“ auch künftig beibehalten. Im EU-Vogelschutzgebiet Hessische Rhön dürfen keine Windräder gebaut werden. Als eine von wenigen Regionen Hessens muss die Hochrhön windkraftfrei bleiben. Nur so kann den Besuchern ein ungetrübtes Landschaftserlebnis geboten werden, das nirgendwo sonst in Hessen mehr zu erleben ist.

Windkraftanlagen sollten daher lediglich in Randbereichen des Biosphärenreservates errichtet werden. Die Erhaltung des Landschaftsbildes in der hohen Rhön muss in einem gesellschaftlichen Konsens und durch einen Verzicht der Kommunen auf den Bau von Windkraftanlagen erreicht werden. Das Land ist hier in der Verantwortung, eine „weitsichtige“ Landesplanung zu gestalten.

Die geplante B87n durchs Biosphärenreservat darf nicht gebaut werden

Von der Landesregierung erwartet der NABU Hessen zudem, dem Bau der Bundesstraße B87neu von Fulda nach Meiningen eine klare Absage zu erteilen. Die Landschaftszerstörung durch den Bau einer neuen Straße mitten durch das Biosphärenreservat steht im völligen Widerspruch zum Landschaftsschutz in der Rhön. Es ist alles andere als nachhaltig und modellhaft, die sensiblen Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten zu zerschneiden. Zu den wichtigsten Aufgaben eines Biosphärenreservates gehört der Schutz der biologischen Vielfalt der Region.

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