Hessen.NABU.de Naturschutz Natura 2000

Europäisches Biotopverbundsystem Natura 2000

Großflächiges Schutzgebietsnetz auf über 20% der Fläche Hessens!

Nach langem zähem Ringen gelingt der Durchbruch

Abend am Obmo

Abendstimmung am Obermooser Teich

Als "Jahrhundertwerk für den Naturschutz" hat der NABU-Landesvorsitzende Prof. Rüdiger Wagner die Meldung des Landes Hessen zum Biotopverbund-Netzes NATURA 2000 gelobt. Die Fläche der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiete beträgt nun 9,9% des Landes. Die Fläche der EU-Vogelschutzgebiete wurde auf 14,7 % fast verzehnfacht.

Mit der FFH-Schattenliste (über 1000 Gebiete in Hessen) und der Liste der Important Bird Areas (IBAs) hatte der NABU in den letzten 10 Jahren die längst überfällige Erfüllung der europäischen Naturschutzrichtlinien eingefordert. Immer wieder haben verschiedene Gerichte bis hin zum Europäischen Gerichtshof unserer Argumentation Recht gegeben. Vier Anläufe brauchte die Landesregierung, um die Verpflichtungen zu erfüllen.

Karten mit den Gebietsabgrenzungen

Hier finden Sie ihr Gebiet vor Ort

Obermooser Teich

Im vierten Anlauf wurde der Obermooser-Teich im Vogelsberg FFH-Gebiet

Auf der Internetseite des Hessischen Umweltministeriums findet sich eine Übersichtskarte von Hessen mit allen FFH- und Vogelschutzgebieten (Maßstab 1:200000).



mehr Hessen-Übersichtskarte aller FFH- und Vogelschutzgebiete...

Naturschutz in Europa

Ein Blick zum NABU-Bundesverband

EU-Flagge

Der NABU deckt inzwischen eine immer breiter werdende Themenvielfalt auf europäischer Ebene ab.

mehr Naturschutz in Europa...

Hintergrund: Europäisches Biotopverbundsystem NATURA 2000

FFH-Richtlinie und Vogelschutz-Richtlinie

Specksteg

Ein ehrgeiziges und dringend notwendiges Ziel: Für Europa wird ein ökologisches Schutzgebietsnetzmit dem Namen Natura 2000 aufgebaut. Darin werden alle Tiere, Pflanzen und Lebensräume von europäischer Bedeutung dauerhaft gesichert. Zur Errichtung dieses Schutzgebietssystems mussten alle EU-Länder Gebiete anmelden, in denen die Arten und Lebensräume noch vorkommen, die in den Anhängen der sogenannten Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie von 1992 und in der Vogelschutz-Richtlinie von 1979 genannt sind. Dabei sind wichtige Grundsätze zu beachten: Das System muss zusammenhängend sein (Kohärenz), damit Tierarten zwischen den für sie charakteristischen Lebensräumen wandern können. Und die Gebiete müssen "funktionsfähig" sein, das heißt zum Beispiel, sie dürfen nicht so klein sein, dass Störungen von außen den Bestand der geschützten Arten gefährden.

Die Länder müssen sicherstellen, dass wirklich europaweit alle Lebensraumtypen repräsentiert sind und auch in solch einer Dichte, dass Tierwanderungen (und damit die dauerhafte Existenz der Artvorkommen) garantiert sind.

Stand der FFH-Gebietsmeldung in Europa (Juli 2008)
Mitgliedstaat Prozent der Landfläche
Slowenien 31,4 %
Griechenland 16,4 %
Spanien 23,4 %
Portugal 17,4 %
Niederlande 8,4 %
Deutschland 9,9 %

Der NABU hat 1997-2000 eine Referenzliste aller bekannten Vorkommen von FFH-Lebensraumtypen oder -Arten an die EU-Kommission gemeldet. Damit wurde es ihr möglich, zu beurteilen, ob die Meldung der Landesregierung ausreichend ist, oder nicht.

Auf diese Weise wurde die hessische Landesregierung zum Handeln gezwungen: 2001 wurden mit einer 3. Melde-Tranche 6,4 % der Landesfläche erreicht. Da die Gebietskulisse aber immer noch unzureichend war, folgte eine 4. Tranche, mit der ein Anteil von 9,9% erreicht wurde.

Meldungen einiger Bundesländer (Stand Januar 2007)
Bundesland Prozent der Landesfläche
Baden-Württemberg 11,6 %
Thüringen 10%
Rheinland-Pfalz 12,6 %
Saarland 10,3%
Hessen 9,9%
Sachsen-Anhalt 8,8%
Schleswig-Holstein 7,2%
Bayern 9,2%

Weiterführende Literatur

NABU-Veröffentlichungen zum Thema

Harthun (1998):
Defizite und Chancen bei der Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie in Hessen. Zur Notwendigkeit der Ausweisung von FFH-Gebieten in den hessischen Auenverbünden - am Beispiel der Lahn. Jahrbuch Naturschutz in Hessen 3: 94-101.

Harthun, M. (1999):
Funktionalität und Wiederherstellung von Lebensräumen gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) am Beispiel von Auen in Hessen. FFH-Entwicklungsgebiete als Voraussetzung für ein nachhaltiges Schutzgebietssystem Natura 2000 der EU. Natur und Landschaft, 74 (7/8): 317-322.

Harthun, M. (2000):
Das größte Schlupfloch Europas: Die FFH-Gebietskulisse in Hessen. Jahrbuch Naturschutz in Hessen 5: 129-140.

Harthun, M. (2001):
Ein Lückenschluss für die Natur! Ist das bisherige Netz Natura 2000 tragfähig? Jahrbuch Naturschutz in Hessen 6:125-136

Harthun, M. & Wulf, F. (2003):
Die Buchenwälder im künftigen Schutzgebietssystem Natura 2000. Vorschläge für eine einheitliche Gebietsauswahl in Deutschland. Naturschutz und Landschaftsplanung 35 (5): 151-156.

Harthun,M. (2005): FFH-Gebiete: Gemeldet, aber nicht geschützt? Wie die EU-Kommission mit Zahlenspielen getäuscht wird. Jahrbuch Naturschutz in Hessen 9: 127-133

NABU, BUND, BVNH, HGON (1997):
Gebietsvorschläge schützenswerter Ökosysteme im Bundesland Hessen. Das Europäische Schutzgebietssystem "natura 2000", 195 S.

NABU, BUND, BVNH, HGON (2000):
Natura 2000: Referenzliste zur Bewertung der Kohärenz der von der Landesregierung gemeldeten FFH-Gebietskulisse (1. und 2. Tranche) im Bundesland Hessen. CD-Rom mit Begleitheft (unveröff.).

NABU, BUND, BVNH, HGON (2001):
Beschwerde bezüglich der mangelhaften Umsetzung der FFH-Richtlinie im Bundesland Hessen (1., 2. und 3. Tranche). Aktualisierung der Beschwerde 2000/4231, SG (2000) A/3532. 65 S. (unveröff.).

Mitglied werden

 

NABU Regional

NABU Hessen NABU.de

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

Desktopmotive

Damit Sie die Natur auch bei der Arbeit immer im Blick haben - die NABU-Desktopvorlagen.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz