Hessen.NABU.de Naturschutz Nationalpark Kellerwald Charakter des Naturraumes
Im Rheinischen Schiefergebirge
Im Rheinischen Schiefergebirge
Mitten in Deutschland liegt südlich des Edersees ein kaum bekannter Schatz verborgen: ein in seiner Größe und Naturnähe für Westeuropa einmaliger Buchenwald, malerisch eingebettet in eine reich gegliederte Mittelgebirgs-Kulturlandschaft. Dieses einzigartige Buchenwaldgebiet mit seinen Rodungsinseln und Talauen liegt im gleichnamigen Naturraum Kellerwald, einer der am dichtesten bewaldeten Landschaften Deutschlands.
Der Naturraum Kellerwald bildet die Kulisse für den Naturpark Kellerwald-Edersee, an dessen nördlichem Rand sich der fast 60 km² große Buchenwald-Nationalpark Kellerwald-Edersee befindet.
Ein Blick ins Erdaltertum
Der Kellerwald ragt als Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges in die west-hessische Senke hinein und bildet einen bewaldeten, zwischen 400 und 675 m hohen Mittelgebirgsrücken, der sich deutlich über die umliegenden Landschaften erhebt.
Der Kellerwald ist vorwiegend aus erdgeschichtlich sehr alten Sedimentgesteinen des Paläozoikums (Erdaltertum 220 - 580 Mio. Jahre) aufgebaut. Quarzite, Kieselschiefer, Grauwacken, Tonschiefer und Diabase aus dem Devon und Karbon herrschen vor. In den Randlagen des Naturraumes finden sich kalkhaltige Gesteine der jüngeren Zechsteinformation und devonische Riffkalke.
Kuppen und Täler
Durch eine späte Hebung des Kellerwaldes vor ca. 10 Millionen Jahren haben sich die Gewässer tief in die weichen Gesteine des Gebirgshorstes eingeschnitten, während die härteren Gesteine (Grauwacken und Quarzite) die Höhenrücken bilden. Dieser Wechsel von steilen, schmalen Tälern und kuppenartig zerteilten Bergrücken gibt der Landschaft ihren ganz eigenartigen Charakter. Ausgedehnte Laub- und Mischwälder wechseln mit schönen Waldwiesen-Tälern und einer reich gegliederten Kulturlandschaft.
Entsprechend ihrem Ausgangsgestein, sind die Böden des Gebietes meist flach- bis mittelgründig, nährstoffarm und wenig wasserspeichernd. Steinige, stellenweise sogar felsige Bereiche oder Blockhalden bestimmen das Bild vieler Kuppen und Steilhänge. Ertragreichere Böden kommen im Kellerwald nur kleinflächig vor. Kein Wunder, dass die Menschen hier immer Mühe hatten, der Landschaft das wenige abzuringen, was sie zum Leben benötigten.
Klima
Die Region zeichnet sich durch ein schwach subatlantisches bis schwach subkontinentales Übergangsklima aus. Kontinentale Luftmassen verursachen warm-trockene Sommer- und frostige Winterwitterung. Die atlantischen Luftströme bestimmen die kühl-feuchten Witterungsphasen. Mit Niederschlägen von 600 bis 800 Millimetern im Jahr ist das Klima relativ trocken und bei 6,5 bis 8 Grad Celsius Jahresmitteltemperatur wärmer als im westlich vorgelagerten Sauerland. An Sonderstandorten können kleinräumig trocken-heiße oder kalt-feuchte Kleinklima-Extreme auftreten.

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