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Auf leisen Pfoten durch ganz Hessen
Auf leisen Pfoten durch ganz Hessen
Der scheue Luchs kehrt in die heimischen Wälder zurück
Der Luchs ist in die heimischen Wälder zurückgekehrt. Mittlerweile streifen einige Luchse durch ganz Hessen, in Osthessen gibt es ersten Nachwuchs.
Vor etwa fünf Jahren wurde in Folge gezielter Öffentlichkeitsarbeit bekannt, dass in Hessens Wäldern der Luchs gesichtet wurde. Die Landesarbeitsgruppe (LAG) Wald und Wild des NABU Hessen sammelt seither die Luchsmeldungen, ebenso wie der Arbeitskreis Hessenluchs, in dem auch Vertreter des NABU aktiv sind. Durch gezielte Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit konnte in den letzten Jahren eine Vielzahl von Luchshinweisen entgegen genommen und ausgewertet werden. Unsere größte europäische Katzenart scheint, wenn auch sehr langsam, in Hessen bzw. im mitteldeutschen Raum wieder Fuß zu fassen.
Genaue Verbreitung in Hessen noch unbekannt
Der scheue Luchs braucht ungestörte Rückzugsräume in Wäldern
Für detaillierte Aussagen bezüglich Verbreitung, Reviergrößen und Anzahl der in Hessen vorkommenden Luchse ist es allerdings noch zu früh, da es bislang kein Monitoring zu dieser Tierart gibt und alle Hinweise mehr oder weniger Zufallsbegegnungen sind.
Solche Hinweise können zum Beispiel Lautäußerungen (hauptsächlich vor und während der Ranz (von Dezember bis April), Fährten im Schnee oder ein offensichtlich gerissenes Reh sein. Da der Luchs in der Regel mehrere Tage an seiner Beute frisst, hat der NABU für diese Zwecke mehrere Fotofallen angeschafft, die an einem Riss postiert werden können. Wichtig ist es dabei, dass möglichst wenig am Fundort verändert, der örtliche Jagdpächter informiert und umgehend einer der NABU-Luchsbeauftragten kontaktiert wird.
Bei einer gefundenen Fährte sollte diese möglichst über eine längere Strecke verfolgt und das typische Spurenbild sowie Aufnahmen einzelner Pfotenabdrücke mit Größenangaben dokumentiert werden. Da Luchse auf ihren Streifzügen, ebenso wie Menschen und Hunde, gerne die bequem zu laufenden Forst- und Waldwege nutzen, sollten Sie beim nächsten Winterspaziergang die Augen auch mal auf den Boden richten.
Der Schrei eines Luchses
Großes Jagdrevier von bis zu 100 Quadratkilometern
Auch im Winter streift der Luchs auf Beutefang durch die Wälder
In den letzten Jahren wurden aus nahezu allen hessischen Landkreisen Luchshinweise gemeldet. Es gab sogar einige Meldungen, wonach Nachwuchs führende Luchse gesehen wurden. Die Wahrscheinlichkeit, in freier Natur einen der zumeist sehr scheuen Luchse zu Gesicht zu bekommen, ist zwar recht gering, aber wie die Beobachtungsdaten belegen, nicht unmöglich.
Im Gegensatz zu der Einschätzung einiger Jäger wird der Bestand an Schalenwild durch den Luchs bedingt durch seine Reviergröße und seine Jagdstrategie sicherlich nicht nachweisbar dezimiert werden. Ein Luchs, der in der Regel ein sehr großes Revier von etwa 100 Quadratkilometern und mehr hat, erbeutet ungefähr 60 Rehe pro Jahr, im Gegensatz dazu kommen in Hessen jährlich ca. 16.000 Rehe allein durch den Straßenverkehr zu Tode.
Der Luchs ist eine Bereicherung der Tierwelt
Der NABU setzt sich für den Schutz der seltenen Großkatze ein
Die Wiederbesiedlung unserer Wälder durch Beutegreifer wie den Luchs stellt eine willkommene und zur Gesunderhaltung des Schalenwildes wichtige Bereicherung unserer heimischen Tierwelt dar. International betrachtet setzen wir mit dem konsequenten Schutz großer Beutegreifer bei uns zudem ein wichtiges Zeichen, denn: Wie können wir von anderen Nationen den Schutz von Tigern und Löwen verlangen, wenn wir es in Mitteleuropa nicht schaffen, uns mit Luchs und Wolf zu arrangieren? Nicht zuletzt deshalb wurde der Luchs zum Wildtier des Jahres 2011 gewählt.
Die NABU-LAG Wald und Wild ist sehr an Beobachtungsdaten aller Art zum Luchs in Hessen interessiert. Bitte dokumentieren und melden Sie daher ihre Beobachtungen an den NABU Hessen, Tel. 06441-67904-0, E-Mail: NABU Hessen
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Luchsbericht 2011
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