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Wespenspinne auf Beutefang
Wespenspinne auf Beutefang
Mit dem Klimawandel breitet sich der kleine "Wiesentiger" in Hessen aus
Zur Lieblingsspeise von Wespenspinnen gehören Heuschrecken, Wespen und Bienen. Durch seinen gestreiften Hinterleib ist der kleine "Wiesentiger" kaum mit anderen Spinnen zu verwechseln.
Noch vor 30 Jahren war die wärmeliebende Wespenspinne in Hessen selten und tauchte nur entlang des Rheins auf. Heute ist sie in ganz Hessen zu finden. Durch seinen schwarz-gelb gestreiften Hinterleib ist der kleine "Wiesentiger" kaum mit anderen Spinnen zu verwechseln. Zu seiner Lieblingsspeise gehören Heuschrecken, Wespen und Bienen, die er mit einem kunstvollen Radnetz einfängt. Aber auch andere Insekten verschmäht die bis zu 2,5 Zentimeter große auffällige Spinne nicht.
Ein Netz mit Zickzackband aus weißem Gespinnst
Eine erbeutete Heuschrecke wird kunstvoll eingesponnen
Die Wespenspinne gehört zu den echten Radnetzspinnen und zieht ihre Fangfäden bevorzugt auf Wiesen und Ödland. Charakteristisch für ihr Netz ist ein meist sehr kräftiges weißes Zickzackband aus Gespinnst, dessen Bedeutung noch nicht ganz geklärt ist. Es könnte zur Stabilisierung des Netzes dienen.
Sonnige offene Standorte mit niedrigem bis halbhohem Pflanzenbewuchs und vielen Heuschrecken sind die bevorzugten Lebensräume der Wespenspinne. Dazu gehören Trockenrasen, Ruderalstellen, Staudenfluren und selten gemähte Wiesen. Im Juli und August kann man sie dort problemlos beobachten. Meist nimmt man nur die großen Weibchen wahr. Die viel kleineren unscheinbaren Männchen sind nur einen halben Zentimeter groß und braun gefärbt. Sie leben äußerst gefährlich.
Die meisten Männchen werden nach der Paarung verspeist
Die Wespenspinne bevorzugt offene Wiesen mit vielen Heuschrecken
Wenn Ende Juli die Fortpflanzungszeit beginnt, nähern sich die Männchen vorsichtig dem Netz eines Weibchens und rütteln an den Fäden, um es zu erregen. Nach der Paarung werden sie von ihm meistens als Beute behandelt und verspeist. Ende August verlassen die Weibchen ihr Netz, krabbeln in die dichtere Vegetation und umspinnen ein Gelege von etwa 300 Eiern mit einer festen Kokonhülle.
Die hellbeigen Kokons sind oftmals frei und auffällig zwischen Gräsern und Pflanzen versponnen. Sie können bis zu drei Zentimeter groß werden. Die bald schlüpfenden Jungspinnen überwintern im schützenden Kokon. Im nächsten Frühling klettern sie auf die nächsten Halmspitzen und lassen sich mit einem Spinnfaden vom Wind verwehen. Auf diese Weise besiedeln sie neue Lebensräume im wärmer werdenden Hessen.
Der NABU Hessen dankt Peter Wilhelmi aus Lich für die Wespenspinnen-Fotos.
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