Hessen.NABU.de Artenschutz FFH-Arten
Sympathiekampagne für Artenvielfalt in Hessen
Vom Angstgegner zum Schutzobjekt - der Heldbock oder Große Eichenbock (18)
Als "Stubenhocker" in Altbäumen galt er früher als übler Forstschädling
Stubenhocker in alten, dickstämmigen Eichen - der Heldbock (Repro n. REITTER).
Noch vor wenigen Jahrzehnten galt der Heldbock als übler Forstschädling und wurde von der Forstwirtschaft mit allen Mitteln bekämpft. Inzwischen weiß man, dass Cerambyx cerdo eher Symptom als Ursache von Forstschäden und Baumsterben ist. Hessens Förster haben daher auch ihren Frieden mit dem einstigen Feind gemacht und bemühen sich neuerdings, dem imposanten Käfer ein Überleben im Wirtschaftswald zu ermöglichen.
Der NABU Hessen unterstützt diesen Sinneswandel und fordert Schutzmaßnahmen für die seltene Art auch im Privat- und Kommunalforst und außerhalb des Waldes.
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Die Moosjungfer verliert an Boden (17)
Moorzerstörung, Fischbesatz und Klimawandel gefährden die Libelle
Die Männchen der Großen Moosjungfer tragen orangerot und zitronengelb.
Obwohl die Große Moosjungfer auch früher in Hessen - wie in ganz Deutschland - nie richtig häufig war, fand sie doch immer irgendwo Biotope, die ihr zusagten. Als Art, deren Verbreitung bis nach Südwest-Sibirien reicht, besiedelt sie Moor-Randbereiche, Torfstiche, saure Weiher und Anmoore. Doch der Lebensraum der Spezialistin - das "Moos" oder Moor - verschwindet zusehends. Und nicht nur der direkte Lebensraumverlust macht der Libelle zu schaffen. Sie könnte auch eines der ersten hessischen Opfer der Klimaveränderung werden.
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Nie ohne Muschel! - Der seltene Bitterling (16)
Schillerndes Äußeres und kompliziertes Sexualleben
Eine schillernde Erscheinung: der Bitterling (Rhodeus amarus).
Kulinarisch hat er wenig zu bieten - der Bitterling. Immerhin rührt sein Name von seinem Geschmack her. Aber an Schönheit kann es der kleine Karpfenfisch mit so manchem Vetter aus den Tropen durchaus aufnehmen, denn der silbrige Kleinfisch schillert in allen Regenbogenfarben. Doch seine Schönheit nutzte dem Bitterling wenig, denn im Lauf der letzten Jahrzehnte starb er fast unbemerkt in den meisten Gewässern aus. Zum Verhängnis wird ihm sein kompliziertes Sexualleben...
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Der Biber - ein Holzfäller, Baumeister und Burgherr auf dem Siegeszug (15)
200 Jahre nach seiner Ausrottung kehrt der Biber nach Hessen zurück
Heute leben wieder ca. 240 Biber im Spessart (Foto J. Malkus).
Lange war das größte Nagetier Europas in Hessen ausgestorben. Nun kehrt der Biber zurück und sorgt für viel Wirbel. Denn als im Tierreich einzigartiger Baumeister gestaltet er die Landschaft nach seinem Geschmack. Eine Provokation für eine durchgeplante Republik! Der NABU sieht im Biber einen Verbündeten im Einsatz für naturnahe Auen.
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Politisch nicht korrekt: der Kammmolch (14)
Wirtschaftshindernis oder faszinierender Wasserdrache ?
Schuld an der Lage unserer Wirtschaft?
Keine Frage - Hessens umstrittenste Tierart ist er. In der nach unten offenen "Unbeliebtheitsskala" erreicht der Kammmolch bei Hessens Politikern absolute Minusrekorde. Für manche Politiker ist er der Totengräber des Wirtschaftsstandortes und Verhinderer großer Infrastrukturvorhaben. Was ist dran am schlechten Ruf des kleinen Lurchs? Wo und wie lebt das Wassertier in Hessen und warum haben wir bisher so wenig über die heimliche Amphibie gehört? Ist er das Untier schlechthin oder eine scheue Schönheit mit prächtigem Balzkleid, verblüffenden Fähigkeiten und eigenartigen Verhaltensweisen?
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Der Fischotter (13)
"Lutra lutra ante portas" - der Fischotter klopft an Hessens Türen
Kehrt der Fischotter nach Hessen zurück?
Als Fischräuber gnadenlos verfolgt, als Fastenspeise begehrt und als Pelzlieferant beliebt war der Fischotter immer gefürchtet und geschätzt gleichermaßen. Die Ausrottungsfeldzüge unserer Vorfahren haben indes nur wenige Populationen überlebt.
Mittlerweile gilt Lutra lutra in Hessen als ausgestorben und europaweit dank der FFH-Richtlinie als streng geschützte Art. Die Restbestände erholen sich langsam und die ersten Tiere klopfen wieder an Hessens Pforten. Warum der Fischotter in Hessen ausgestorben ist und wie wir ihm die Rückkehr in seine alte Heimat erleichtern können, zeigt der NABU in seiner Sympathiekampagne für die wichtigsten 25 FFH-Arten.
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Die Schlingnatter oder Glattnatter (12)
Hessens heimliche Würgeschlange mit Biß
Der ausgewachsene Biologe, dem diese Hand gehört, war doch ein wenig zu groß ...
Oft mit der Kreuzotter verwechselt, hatte die kleine für den Menschen harmlose Natter viele Jahrhunderte unter herber Verfolgung zu leiden. Nur ihre versteckte Lebensweise, ihr Trickreichtum und ihr großer Fundus an Strategien zur Verteidigung haben die exzellente Jägerin von Mäusen und Eidechsen vor dem Aussterben gerettet. Der NABU portraitiert das interessante Tier und zeigt, was man zur Erhaltung der Schlingnatter tun kann.
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Manche mögens heiß - die Kreuzkröte (11)
Überlebenskünstlerin in Hessens Kultursteppen und Halbwüsten
Eine echte Überlebenskünstlerin ist die seltene Kreuzkröte, unsere kleinste heimische Kröte. Sie hat besondere Fähigkeiten entwickelt, die ihr auch die Eroberung heißer und trockener Lebensräume ermöglichen. Ähnlich wie Wüstentiere ist die Kreuzkröte in der Lage, im Körper viel Wasser zu speichern. Und Hessens "heißeste Kröte" besitzt eine noch entscheidendere Fähigkeit: sie kann Wasser über die Haut aus dem Boden aufnehmen.
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Die Helm-Azurjungfer (10)
Blauhelme in Gefahr - die Helm-Azurjungfer findet kaum noch naturnahe sonnige Wiesengräben
Die kleine blaue Libelle mit dem Merkur-Helm gilt als wärmeliebend, sonnenhungrig, ortstreu und besonders wählerisch, wenn es um ihren Lebensraum geht. Stärker als viele ihrer größeren und robusteren Verwandten, befindet sie sich in Existenznöten: Als Spezialistin für sonnige Wiesengräben mit artenreichem Wasserpflanzenbewuchs findet sie in unserer Landschaft kaum noch passende Lebensräume.
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Die Sumpfschildkröte (9)
Artenschutzprojekt rettet Hessens seltenstes Reptil
Die Europäische Sumpfschildkröte besiedelte früher zahlreich unsere Wildflußlandschaften - bis unsere Vorfahren sie im Mittelalter als Fastenspeise "zum Fressen gern" hatten und stark dezimierten. Durch den Ausbau unserer Flüsse zu Wasserstraßen und das Verschwinden der Auen verlor sie dann noch ihren Lebensraum und galt in Hessen und ganz Westdeutschland bereits als ausgestorben.
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Der Frauenschuh (8)
Hessens schönster Orchidee wurde ihre Schönheit zum Verhängnis
Sie kann sich mit den schönsten Orchideen der Welt messen und wächst doch nicht im tropischen Regenwald, sondern unter unseren vertrauten Rotbuchen. Doch die Schönheit ihrer bis 8 cm großen schuhförmigen gelb-roten Blüte wurde der Pflanze bereits oft zum Verhängnis. Gepflückt, gesammelt, ausgegraben und in privaten Vorgärten zum Sterben verurteilt wurde die Orchidee vielerorts zu Tode geliebt.
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Der Schlammpeitzger oder Quietsch-Aal (7)
Der fast ausgestorbene lautstarke Darm-Atmer kehrt nun zurück
Er ist der Exot unter Hessens Fischen und wäre eigentlich eher in Afrikas Savannen zu erwarten als in Hessens Weihern und Wiesengräben. Seine Lebensweise ist mehr als ungewöhnlich: er ist mit der Fähigkeit zur Darmatmung an Sauerstoffmangel in extremen Biotopen angepaßt und kann das Austrocknen von Gewässern über längere Zeit im Schlamm eingegraben überleben.
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Der Laubfrosch (6)
Lautstarker Wetterprophet, Märchenfigur und Kletterkünstler
Als Froschkönig ging er in die Märchenwelt ein, als Kermit ging er weltweit auf Sendung und auch als Wetterprophet ist er bekannt. Der Laubfrosch, noch zu Beginn des 20ten Jahrhunderts eine häufig Art, geriet auch in Hessen unter starken Druck und verschwand aus vielen Regionen. Doch seit den 90´er Jahren konnten zahlreiche Schutzbemühungen des NABU den Bestand stabilisieren. Lesen Sie wo Kermit und Co. überlebt haben und wie man dem Froschkönig helfen kann.
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Das Große Mausohr (5)
Fliegende Kobolde der Nacht
Niemals waren Fledermäuse den Menschen gleichgültig. Ihre ungewöhnliche Gestalt und ihr geheimnisvolles nächtliches Leben regte zu allen Zeiten die menschliche Fantasie an. Allerlei Gruselmärchen, Mythen und abergläubische Vorstellungen verhinderten über Jahrhunderte einen vorurteilsfreien Blick auf die faszinierenden Wesen. Doch die "Kobolde der Nacht" verdienen unsere Sympathie und unseren Schutz.
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Der Springfrosch (4)
Nur selten kann er noch große Sprünge machen
Der besonders langbeinige und für seine großen Sprünge bekannte Frosch ist eigentlich ein rekordverdächtiger Leichtathlet. Doch längst nicht mehr überall in Hessen ist es dem kleinen Frosch noch nach Hüpfen zumute. Seit 1995 wird er auf der Roten Liste unter der Kategorie I "vom Aussterben bedroht" geführt. Erfahren Sie wo der seltene Springfrosch noch überlebt hat und wie man ihm wieder auf die Sprünge helfen kann.
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Die Wildkatze (3)
Auf leisen Sohlen zurückgekehrt
Lange Zeit wurde der kleine gestreifte Beutegreifer als "blutgierige Bestie" verunglimpft und bis fast zur Ausrottung verfolgt. Restbestände schafften es in naturnahen und störungsarmen Waldgebieten zu überleben. Heute hat die Wildkatze in Hessen wieder Fuß gefasst und ist auf dem Weg, ihre ursprünglichen Lebensräume auf leisen Sohlen zurückzuerobern. Um den "Zwergtiger" als Teil des hessischen Naturerbes zu bewahren, initiiert der NABU Hessen den Ankauf von Waldgebieten und wirbt um Unterstützung.
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Der Moorfrosch (2)
In Himmelblau auf Brautschau
Er lebt in Nass- und Feuchtwiesen sowie anmoorigen Standorten. Selbst Experten bekommen ihn nur selten zu Gesicht. Doch einmal im Jahr zur Laichzeit im Frühjahr schlägt seine große Stunde. Denn er - Rana arvalis, der gemeine Moorfrosch - betört die Damen seiner Art mit einem kräftigen Himmelblau. Und diese, für die europäische Amphibienwelt einzigartige Verkleidung, sorgt dafür, dass sie in Hochzeitsstimmung kommt.
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Der Feldhamster (1)
Hamster Hermann darf in Hessen wieder hoffen
Der Feldhamster (Cricetus cricetus) war noch vor wenigen Jahrzehnten als "Getreideschädling" verhasst und fast ausgerottet. Inzwischen arbeiten Landwirte und Naturschützer zusammen, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren - und "Hermann der Hesse" hat sich zu einem sympathischen Werbeträger für den Naturschutz gemausert.
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