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Blaumänner gesucht!
Achtung, "Blaumänner" gesucht!
NABU startet Volkszählung für Hessens letzte Moorfrösche
Der Moorfrosch - ein früher verbreiteter Bewohner von Feuchtwiesen - ist in Hessen akut vom Aussterben bedroht. Viele frühere Standorte wurden durch Bebauung zerstört oder durch Entwässerung als Lebensraum unbrauchbar. Der NABU Hessen startet in diesen Tagen eine "Volkszählung" der "Letzten ihrer Art" als Auftakt für ein konkretes Schutzprogramm.
Moorfrösche sind nur im Frühjahr leicht zu erkennen, weil männliche Tiere zur Laichzeit für wenige Tage eine himmelblaue Färbung annehmen - daher das Motto "Blaumänner gesucht!"
Dramatischer Bestandsrückgang in Hessen
Der Moorfrosch (Rana arvalis) ist in Hessen akut vom Aussterben bedroht. Zahlreiche ehemalige Fundorte konnten bei jüngsten Erhebungen nicht mehr bestätigt werden. Nur noch an wenigen Einzelstandorten in Südhessen bildet die seltene Amphibienart stabile Populationen aus. Doch auch diese sind mittelfristig bedroht.
Ursachen des dramatischen Bestandsrückgangs sind regionale Grundwasserabsenkung, Entwässerung von Nass- und Feuchtwiesen, Bebauung und Umnutzung der Lebensräume sowie die starke Verinselung der Restvorkommen. Da der Moorfrosch in Anhang IV der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU (FFH-RL) geführt wird, besteht nach EU-Recht die Verpflichtung, die Art bzw. deren Populationen in einem "günstigen Erhaltungszustand" zu bewahren und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
NABU startet Schutzprogramm
Der Naturschutzbund Hessen (NABU) hat daher zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz (AGAR) und Vertretern hessischer Naturschutzbehörden ein Artenschutzprogramm ins Leben gerufen, um den Moorfrosch in Hessen vor dem endgültigen Aussterben zu retten.
Ziele des Moorfrosch-Artenschutzprogramms
Erhalt der letzten hessischen Populationen, Begründung neuer Populationen, Wiederbesiedlung ehemaliger Verbreitungsgebiete in Hessen, Vernetzung der Bestände, Öffentlichkeitsarbeit sowie Information und Einbeziehung der Bevölkerung in die Schutzbemühungen.
Blaumänner gesucht
Einer der ersten Schritte des Moorfroschprogramms ist eine "Volkszählung" der letzten Moorfrösche Hessens. Dazu startet der NABU mit dem Beginn der Amphibienwanderung 2003 eine landesweite Fragebogenaktion.
Moorfrösche können selbst von Experten nur schwer von den ähnlich aussehenden Gras- und Springfröschen unterschieden werden. Nur zur Fortpflanzungszeit im Frühjahr existiert ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal. Männliche Moorfrösche nehmen - wohl aufgrund hormoneller Umstellungen im Körper - für wenige Tage eine "himmelblaue" Farbe an. Flüssigkeit, die sich dann für kurze Zeit unter der Haut ansammelt und den männlichen Moorfrosch auffallend schwammig erscheinen lässt, führt zu der intensiven Blaufärbung. Dieses für Moorfroschdamen betörende "Himmelblau" macht sich der NABU für seine Volkszählung "Blaumänner gesucht" zunutze.
Der eigens entwickelte Fragebogen wird in den nächsten Tagen und Wochen an die hessischen Naturschutzverbände und -behörden sowie an alle Interessierten versandt. Er kann in der Landesgeschäftsstelle des NABU Hessen angefordert werden.
Wer hat in den letzten Jahren oder auch ganz aktuell die seltenen "Blaumänner" gesehen ?
Wer kann uns die letzten Standorte der "Blaumänner" mitteilen, damit Schutzmaßnahmen eingeleitet werden können ?
Bitte schicken Sie die ausgefüllten Fragebögen per Post oder Fax zurück oder schicken Sie uns ein E-Mail. Weitergehende Fragen beantworten wir Ihnen gerne.
Mit Ihrer Hilfe erhalten wir einen aktuellen Überblick über den Moorfroschbestand in Hessen.
Bitte unterstützen Sie uns. Jede Beobachtung ist wichtig !
Erhebungsbogen zum Moorfrosch-Vorkommen
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